Alles Gute, Madiama!

Nun ist es soweit: Unser lieber Freund Madiama Diop, der unserem Integrationsprojekt einst ein Gesicht gab, hat dem psychologischen Druck, der auf abgelehnte Flüchtlinge ausgeübt wird, nachgegeben und das Land freiwillig verlassen. Ein großer Dank geht an die Football-Abteilung, die ihn jederzeit tatkräftig unterstützt hat und nun daran arbeitet, Madiama im Senegal bzw. in Gambia mit einer finanziellen Hilfe den Start in sein neues Leben zu erleichtern. Es bleibt die Hoffnung, dass er irgendwann ein Arbeitsvisum gewährt bekommt und legal zurück kommen darf. Sicher ist, dass er mit seiner liebenswürdigen und hilfsbereiten Art viele Freunde gewonnen hat, die sich freuen würden, wenn er zurückkommen dürfte.

Alles Gute, Madiama!

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Infos, Infos, Infos

Nach ein paar Wochen der Untätigkeit komme ich jetzt endlich wieder einmal dazu, unseren Blog zu aktualisieren. Ehrlich gesagt liegt es auch daran, dass der Schock nach der Wahl in den USA uns umso deutlicher machen sollte, dass wir alle in irgendeiner Form aktiv sein müssen, um Nationalisten und Demagogen nicht das Feld zu überlassen. Fangen wir also an mit einer Mischung aus Informationsmöglichkeiten und Mitteilungen für alle Interessierten, die sich angesammelt haben.

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So prangert der unterfränkische Bezirksjugendring in einer Pressemitteilung vom Oktober 2016 beispielsweise an, welche Hindernisse die bayerische Staatsregierung der Integration von jungen Flüchtlingen in den Weg stellt:

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Für alle, die die Vorfälle in Dresden während der Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit schon vergessen haben, sei noch einmal dieser Aufruf einer Kollegin von mir:

https://causa.tagesspiegel.de/besorgte-buerger-sind-militante-egoistennbsp.html

Tag eins nach der Unabhägigkeitsfeier in Dresden. Fassen wir zusammen:

Besucher auf dem Weg zur Kirche werden mit dem entfesselten Hass eines primitiven Mobs konfrontiert. „Ein dunkelhäutiger Mann, der am Gottesdienst teilnehmen will, wird mit Affengeräuschen und „Abschieben“-Rufen empfangen. „Wir sind traurig und beschämt über die Respektlosigkeit und den Hass der Pöbler bei den bisher friedlichen Feierlichkeiten“, wittert die sächsische Staatsregierung“, so die Mainpost von heute.

IST DAS NICHT ZUWENIG? IST DAS NICHT ZU LEISE, ZU ARTIG, ZU VERZAGT, ZU MILDE – VON UNS ALLEN?

Aus dem Blog des „Tagesspiegels“ vor Ort in Dresden [http://www.tagesspiegel.de/politik/blog-zum-tag-der-deutschen-einheit-dresdner-bekommt-endlich-den-hintern-hoch/14633844.html]:

„Festakt zum #TdDE2016 in #Dresden auf dem #Theaterplatz nicht zu hören. Männer mit Wutgesichtern und Ohrstöpseln brüllen „Widerstand“.“

„Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hält die Einheit Deutschlands noch nicht für vollendet. Vielmehr sei sie noch zu gestalten: „Auf die nach wie vor bestehenden ostdeutschen Besonderheiten müssen wir reagieren“, sagte Tillich als amtierender Bundesratspräsident beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in der Semperoper.“

„Die sächsische Staatskanzlei ist „traurig und beschämt“ über den Hass der pöbelnden Menge. “

„Die [pöbelnde rechte] Demonstration auf dem Neumarkt war nicht angemeldet. Sie werde mittlerweile als Versammlung gewertet, teilte die Polizei mit. Eine solche Versammlung ist eigentlich am Tag der deutschen Einheit in der Innenstadt nicht zugelassen. Diese werde aber geduldet, da sie keine Auswirkung auf den Sicherheitsbereich oder das Protokoll habe.“ Die Polizei auf kritische Nachfragen weiter: „Die Personen vor der Frauenkirche haben wir in Abstimmung mit der Stadt als verantwortliche Versammlungsbehörde als Versammlung angesehen. (Ein Versammlungsleiter gab sich nicht zu erkennen.) Von den Personen ging keine Gefahr für Ablauf und Sicherheit der Protokollveranstaltungen aus. Die verbalen Äußerungen bzw. die Trillerpfeifen werten wir als Form der Meinungsäußerung. Vor diesem Hintergrund wurde gemeinsam mit der Stadt entschieden, nicht einzugreifen.“
Zu der Frage, warum das Schild eines Demonstranten mit einem Zitat von Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels nicht beschlagnahmt wurde: „Das benannte Schild [im Blog abgebildet und gut sichtbar: ] ist uns bekannt. Eine strafrechtliche Relevanz kann derzeit nicht festgestellt werden.“

Und:
„Die massiv beschimpfte Bundeskanzlerin ruft zu Respekt und Toleranz auf. „Für mich persönlich, aber auch für die allermeisten Menschen in Deutschland ist dies nach wie vor ein Tag der Freude, ein Tag der Dankbarkeit, aber natürlich auch ein Tag, an dem wir 26 Jahre nach der deutschen Einheit sehen, dass neue Arbeit, neue Probleme auf uns warten“, sagte sie am Rande der Einheitsfeier. „Und ich persönlich wünsche mir, dass wir diese Probleme gemeinsam, in gegenseitigem Respekt, in der Akzeptanz sehr unterschiedlicher politischer Meinungen lösen, und dass wir auch gute Lösungen finden.“

Sie wünsche sich weiter, “ dass die Menschen miteinander im Gespräch bleiben und das ganz besonders auch angesichts vieler, die gar nicht sozusagen sich um dieses Gespräch bemühen.“ “

Ja, den letzten Satz kann man angesichts der 450.000 friedlichen Bürger, die sich trotz Regen zur Einheitsfeier eingefunden haben, nur unterstreichen!

ABER: DAS GENÜGT NICHT! Nicht an die Adresse des hasserfüllten Mobs, der Plätze und Schlagzeilen beherrscht, dem gegenüber auch die Ordnungskräfte und die Polizei vor Ort eine erstaunliche Milde und Toleranz walten lassen – an die ich mich im umgekehrten Fall bei öffentlichen Auftritten von Antifaschisten nicht erinnern kann. Eine aggressiv menschen- und demokratiefeindliche Gesinnung muss auch klar so benannt und viel deutlicher, entschlossener, sichtbarer bekämpft werden! Zurückhaltend und diplomatisch formulierte Äußerungen werden der Brisanz und der Gefährlichkeit dieser entfesselten Menschenfeindlichkeit nicht gerecht. Und (tolerierten) Parolen folgen Taten! Allein am letzten Wochenende drei massive fremdenfeindliche (Brand-)Anschläge – mit Billigung der Gefahr für Leib und Leben.

Daher ist dieser Appell auch an uns alle gerichtet:

„Die Empörung vieler Bürger, auch vieler Dresdner, über die hasserfüllten Proteste am Tag der Deutschen Einheit hat Gerhard Ehninger in Worte gefasst. Der Medizin-Professor des örtlichen Uniklinikums und Mitglied der Initiative „Buntes Dresden“ schrieb in einem via Twitter verteilten Appell: „Wann gab es das zuletzt, dass ein Gottesdienst mit Hass und Trillerpfeifen gestört wurde? Wann wurden zuletzt Gottesdienstbesucher beschimpft und angeschrien? Wann zuletzt wurden dunkelhäutige Gottesdienstbesucher aufs Schlimmste beleidigt? „Schämt euch“! Wir müssen zusammenstehen gegen diese Intoleranz und diesen Hass. Dresdner und Sachsen, schämt euch nicht nur im stillen Kämmerlein. Äußert euch bei jeder Gelegenheit für ein weltoffenes und tolerantes Dresden. Bekommt endlich den Hintern hoch!““

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Diese ARD-Dokumentation versucht zu erörtern, was in Deutschland im vergangenen Jahr in der Flüchtlingsarbeit geschehen ist und welche Herausforderungen noch vor uns liegen:

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Wie läuft eigentlich eine Abschiebung ab? In dieser Dokumentation kann man das erfahren. Übrigens wird mittlerweile – wie ich selbst erlebt habe – auch in Bayern die in diesem Beitrag erwähnte Methode angewandt, Asylbewerbern ohne Bleibeperspektive eine freiwillige Rückreise nahezulegen. Die Kosten für den Transport und für eine Starthilfe vor Ort übernimmt die Ausländerbehörde.

Informationen für Flüchtlingshelfer

Anbei ein paar Informationen aus den letzten Monaten für alle Flüchtlinge bzw. den Menschen, die ihnen helfen.

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Kostenfreie Sprachschule:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Liebe Koordinatoren*innen, Helfer*innen und Betreuer*innen,

damit Sie auf dem Laufenden bleiben, informieren wir Sie im Folgenden über die aktuellen Entwicklungen zu den Kursen „Einstieg Deutsch“ bei Sprachen Plus.

Zunächst gibt es gute Neuigkeiten. Nach unzähligen Telefonaten und stetiger Kritik an der Ungleichbehandlung gibt es endlich eine Bewegung in die richtige Richtung. Seit diesem Freitag wissen wir, dass auch Asylbewerber aus anderen, nicht sicheren Herkunftsstaaten an den Kursen teilnehmen dürfen, sobald mindestens 50% der Teilnehmer aus Irak, Iran, Eritrea oder Syrien kommen. Das bedeutet, wir nehmen ab sofort Anmeldungen aus anderen Ländern an, ausgenommen: EU-Länder, Albanien, Ex-Jugoslawien, Ghana, Senegal.

Die nächste Kursreihe beginnt voraussichtlich am 18.07., die darauf folgende am 01.08.2016. Unterrichtszeit ist immer von 08:30 bis 12:30 Uhr oder von 13:00 bis 17:00 Uhr. Jeder Kurs besteht aus 170 Unterrichtseinheiten und findet mit 25 Wochenstunden statt. Aus organisatorischen Gründen sind Änderungen möglich. Das Programm umfasst alle Sprachniveaus von der Alphabetisierung bis B1. Im Rahmen des Kurses schaffen die Teilnehmer, abhängig von Motivation und persönlichen Voraussetzungen, normalerweise ein Sprachniveau nach dem Europäischen Referenzrahmen für Sprachen.

Die Fahrtkosten können ab drei Kilometern Entfernung der Wohnadresse vom Kursort monatlich erstattet werden. Dazu müssen die Teilnehmer ihre übertragbare Monatskarte (Monatskarte mit Stammkarte) bei uns vorweisen und regelmäßig (Anwesenheit min. 70%) am Kurs teilnehmen.

Wir freuen uns ebenfalls, Ihnen mitteilen zu können, dass wir ab sofort auch Arabisch-Kurse anbieten. Je nach Bedürfnissen und zeitlichen Möglichkeiten der Kursteilnehmer wird der Kurs ein bis drei Mal pro Woche ab 19 Uhr stattfinden. Im Kurs sollen die arabische Schrift sowie Grundkenntnisse der arabischen Sprache vermittelt werden. Das Team von Sprachen Plus ist voller Optimismus, dass wir ausreichend Kenntnisse erwerben können, um zukünftig alle möglichen Zettel, Dokumente und Ausweispapiere selbst zu entziffern. 🙂 Bei dieser Gelegenheit hoffen wir, auch ein paar der Koordinatoren und Helfer persönlich kennen zu lernen. Den Flyer zum Arabischkurs hängen wir an diese Nachricht an.

Vielen Dank für Ihr Interesse an unseren Kursen und Ihr Engagement.

Herzliche Grüße

Maya Riedl                                                    Simon Käsperlein

Sprachen Plus – Sprachenschule und Europäisches Bildungszentrum
Haugerring 6
97070 Würzburg

0931 35824483
www.sprachenplus.com
www.facebook.com/sprachenplus
Skype: sprachen.plus1

Trägerinformation: Sprachen Plus e. V., Haugerring 6, 97070 Würzburg

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Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Koordinatoren*innen, Helfer*innen und Betreuer*innen,

die Resonanz bezüglich unseres Angebots von Sprachkursen auch für Asylbewerber aus anderen Staaten, als den vier bekannten (Irak, Iran, Eritrea und Syrien) hat uns sehr gefreut. Leider sind wir inzwischen in der Situation, dass wir so viele Anmeldungen insbesondere aus Afghanistan haben, dass wir nicht alle Teilnehmer sofort unterbringen können.

Wir beginnen wie geplant am 01.08.2016 mit sechs neuen Kursen. Für die nächste Kursrunde, die Mitte September beginnen soll, haben wir auch schon einige Anmeldungen, müssen die Kurse aber nun mit Syrern, Irakern, Iranern und Eritreern auffüllen, um die 50% Quote zu erreichen.

Konkret bedeutet das, dass wir Sie im Moment bitten im Augenblick nur Anmeldungen aus Syrien, Irak, Iran oder Eritrea zu senden, da wir fürchten, dass die Wartelisten anderenfalls zu lang werden. Was die aktuellen Anmeldungen betrifft hoffen wir, dass wir alle bisher angemeldeten Personen spätestens in den Kursen für September unterbringen können. Wir werden Sie informieren, sobald wir in der Lage sind neue Anmeldungen anzunehmen.

Wir danken Ihnen weiterhin für die gute Zusammenarbeit und Ihr Engagement.

Mit freundlichen Grüßen

Simone Käsperlein            Maya Riedl

Sprachen Plus – Sprachenschule & Europäisches Bildungszentrum

Haugerring 6
97070 Würzburg

0931 35824483
www.sprachenplus.com
www.facebook.com/sprachenplus
Skype: sprachen.plus1

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Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt

Sehr geehrte Unterstützer*innen,

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gab eine Liste mit über 80 Kammern und anderen Wirtschaftsorganisationen bekannt, die künftig im Rahmen des bestehenden Programms „Passgenaue Besetzung“ neue Willkommenslotsen einsetzen werden. Diese rund 130 speziell ausgebildeten Willkommenslotsen werden kleinen und mittelständischen Unternehmen vor Ort bei der Integration von Flüchtlingen in die Betriebe zur Seite stehen.         … gerade kleine und mittlere Betriebe benötigen Unterstützung – sowohl bei der Klärung verwaltungstechnischer Fragen, als auch bei der Schaffung einer neuen Willkommenskultur im Betrieb.  … dem neuen Willkommenslotsen gibt es einen zentralen Ansprechpartner vor Ort, der die Unternehmen bei ganz alltäglichen Fragen rund um die Flüchtlings-Azubis unterstützt.“

Sowohl die IHK Würzburg/Schweinfurt, als auch die Handwerkskammer für Unterfranken haben entsprechende Willkommenslosten

https://www.wuerzburg.ihk.de/themen/integration-von-fluechtlingen.html

https://www.hwk-ufr.de/artikel/unterstuetzung-von-unternehmen-bei-der-integration-von-fluechtlingen-78,0,4591.html

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Sehr geehrte Damen und Herren,

gerne würde ich mich Vorstellen. Mein Name ist Robert Urban, von der 
Initiative HORIZONT - Perspektive Vielfalt. Wir
sind ein Studententeam aus München, dass Newcomer (wie wir Flüchtlinge 
nennen möchten) und Unternehmen zusammenbringt.
Wir vermitteln Praktika, Ausbildungsstellen und Arbeitsstellen mit Hilfe 
unserer Plattform http://www.hrznt.de.

In München kooperieren wir mit den Hochschulen und konnten dadurch 
bereits geflüchtete Gasthörer an Unternehmen
vermitteln. Da ich persönlich aus Würzburg stamme und auch noch einige 
Kontakte habe, habe ich mir Ihre Adressen aus dem
Internet besucht. Gibt es ein Möglichkeit bzw. haben Sie Kontakte zu 
Newcomer, die wir zuerst bei uns registrieren
könnten und vermitteln könnten.

Konkret habe ich gerade eine Anfrage für eine Ausbildungsstelle in 
Würzburg im Bereich Werbetechnik und würde gerne
einen entsprechenden Kandidaten finden.

Ich würde mich über jeden Hinweis freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Robert Urban
__________________________


HORIZONT
Perspektive Vielfalt

Robert Urban
Co-Founder / Cooperations & IT
Mail: robert@hrznt.de
Web: www.hrznt.de
Phone: +49 175 2249304


Call them Newcomers!

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Voraussetzungen für Flüchtlinge beim Zugang zum Arbeitsmarkt:

http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Downloads/Infothek/Asyl/faq-arbeitsmarktzugang-gefluechtete-menschen.pdf?__blob=publicationFile

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Rechtshilfe für Flüchtlinge und Helfer

Liebe Frau Riemann,

gerne würden wir uns nochmal für die herzliche Aufnahme in das Kooperationsteam bedanken und senden Ihnen hier die verabredeten Informationen. Sofern bereits Anfragen oder allgemeine Fragen an uns gesendet werden wollen, sind wir unter info@rlc-wue.de erreichbar. Diese E-Mail Adresse leitet die Anfragen direkt auf Matthias und mich weiter.

Hinsichtlich der Initiative der Wirtschaftswissenschaftler für die Hilfe auf dem Arbeitsmarkt, setze ich unsere Kooperationspartnerin Frau Ronja Thoss in den CC. Nachdem heute erwähnt wurde, dass gerade bei der Vermittlung von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt Probleme auftreten, finden Sie bei diesem Projekt hilfsbereite Ansprechs- und Kooperationspartner. Desweiteren finden Sie Informationen unter:http://www.integraide.wiwi.uni-wuerzburg.de/

Anbei letztlich unsere E-Mail, die an verschiedene Hilfsorganisationen samt Flyer versendet wurde.

„Der Refugee Law Clinic Würzburg e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, den in Würzburg untergebrachten Flüchtlingen rechtliche Hilfe zu leisten und dabei bereits aktive Hilfsorganisationen zu entlasten. Anbei ein von uns entworfener Flyer, den Sie gerne an Interessenten weiterleiten und für juristische Probleme Ihrer Flüchtlinge nutzen können.

Für Rückfragen stehen wir jederzeit sehr gerne zur Verfügung!“

Herzliche Grüße

Theresa Barufke und Matthias Grundei

Refugee Law Clinic Würzburg e.V.

Vorsitzende

E-Mail: info@rlc-wue.de

facebook/lawclinicwue

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Berufsschule für Flüchtlinge

Planung einer neuen Integrations-Vorklasse FOS/BOS

Sehr geehrte Damen und Herren,
zum Schuljahr 2016/2017 planen wir, erneut eine Integrations-Vorklasse FOSBOS einzurichten. Zur Ihrer Information senden wir anbei den neuen Info-Flyer sowie das Formblatt für eine Interessensbekundung.

Wir möchten Sie auf diesem Wege informieren und bitten Sie, die Infos an möglicherweise geeignete Bewerber weiterzugeben.

Mit freundlichen Grüßen und bestem Dank

Susanne Kraus-Lindner, OStDin
Schulleiterin

Info-Flyer IVK SJ16-17

Interessensbek IntegrationsVK Sept 16

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Nackt unter Flüchtlingen

Gegen Ende einer Spielgruppentagung des Bayerischen Fußballverbandes im Kreis Würzburg vor einigen Jahren ergreift einer der anwesenden Vereinsvertreter das Wort. Er berichtet von einem Spiel in der abgelaufenen Saison, bei dem sich einer der eigenen Spieler bei einem Zweikampf das Bein brach. Dem Gegenspieler, dessen türkische Herkunft betont wird, wird dabei keine Absicht unterstellt. Tatsächlich ist die Motivation, die hinter der Äußerung des Vereinsvertreters steht, ein Lob an eben jenen Gegenspieler, auch wenn er nicht anwesend war. Es wäre vorbildlich gewesen, wie er sich anschließend verhalten, wie er sich immer wieder nach dem Wohlergehen des verletzten Spielers erkundigt und wie er ihn im Krankenhaus besucht hätte, um sich zu entschuldigen. Schließlich schloss der Vereinsvertreter mit einer Schlussfolgerung, bei der wir die Stirn runzeln sollten: „Wir haben gemerkt, dass die…die…“ – er suchte nach den passenden Worten – „dass die ganz ok sind…also so wie wir!“ So wurde aus einem intendierten Lob für Menschen mit Migrationshintergrund eine Veranschaulichung von tief verwurzeltem, gesellschaftlich kaum wahrgenommenem Rassismus. Es gibt eben Menschen – und es gibt Türken bzw. Ausländer im Allgemeinen. Dass diese genauso gut oder schlecht wie wir Einheimischen sind, müssen sie erst noch beweisen und wird bis dahin angezweifelt.

Um fair zu bleiben: Xenophobie, also die Angst vor dem Fremden bzw. Unbekannten, betrifft nicht nur Menschen, die weniger weiß und christlich als der nicht existierende Standard-Deutsche sind, sondern auch Deutsche selbst (oder eben jede andere Nation). Als jemand, der in der Deutschen Demokratischen Republik geboren wurde und der bis zu seinem 19. Lebensjahr in Ostdeutschland lebte, wurde mir später in Hessen und Bayern immer wieder deutlich gemacht, dass ich anders und irgendwie nicht gleich war. Witze nannte man es, über Bananen oder fehlende Freiheiten, wenn es doch etwas anderes war: Man fühlt sich selbst besser, wenn man sich in der Ablehnung oder Stigmatisierung einer anderen Gruppe mit anderen vereinen konnte. Doch es braucht nicht einmal den Ossi-Wessi-Konflikt, denn fast jeder, der auf ein Dorf zieht, kennt das Problem: Man gehört meist nicht so richtig dazu. Man ist und bleibt ein Zugezogener, der sich vorbildlicher verhalten muss als alle, die dort aufgewachsen sind.

 

Many Cubans resented the relatively large number of refugees (including 2,500 Jews), whom the government had already admitted into the country, because they appeared to be competitors for scarce jobs.
Hostility toward immigrants fueled both antisemitism and xenophobia. Both agents of Nazi Germany and indigenous right-wing movements hyped the immigrant issue in their publications and demonstrations, claiming that incoming Jews were Communists.

Voyage of the St. Louis

 

Quelle: https://www.washingtonpost.com/news/worldviews/wp/2015/11/17/what-americans-thought-of-jewish-refugees-on-the-eve-of-world-war-ii/

 

Integration ist keine Einbahnstraße

Nun könnte man es Dummheit nennen, dass in unserem Land derzeit so viele Menschen Hass gegen etwas entwickeln, dass sie gar nicht kennen – und auch gar nicht kennenlernen wollen. Doch egal, wie man es nennt, es hat fatale Folgen: Brennende Flüchtlingsunterkünfte, Vorverurteilungen ganzer Volksgruppen und scheiternde Integration durch gegenseitig Ablehnung und Abgrenzung. Das traurige dabei: Fast in jedem deutschen Stammbaum finden sich in der Vergangenheit Flüchtlinge. Es sagt einiges über unsere Natur aus, wenn wir anderen nicht das gönnen, was uns in der Vergangenheit zugutegekommen ist.

„Aber die Flüchtlinge wollen und können sich doch gar nicht integrieren und sie lehnen unsere Werte ab“, schreien dann unisono die Rechtspopulisten, denen man als erstes darauf die Frage stellen sollte, wie viele von ihnen sie persönlich kennen. Integration – das haben nach wie vor noch viel zu wenige Menschen verstanden – ist keine Einbahnstraße.

Eine Reise um die Welt an einem Abend

Freitagabend. Ich warte auf die anderen Fußballer und begrüße bei unserem Sportverein die Mitglieder unserer neuen Tanzabteilung, die zum größten Teil aus Flüchtlingen aus Armenien besteht. Wie immer sind die Frauen gut gelaunt und freuen sich auf das Miteinander. Anschließend lerne ich eine Gruppe syrischer Flüchtlinge kennen, die sich für die Fußballabteilung interessieren. Begleitet werden sie von einem anerkannten Flüchtling aus Äthiopien, der schon länger in Deutschland lebt und sich nun für andere Ausländer einsetzt.

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Nach dem Kicken bin ich mit meiner Frau zum Fastenbrechen – es ist Ramadan – in die neue Flüchtlingsunterkunft im Würzburger Stadtteil Zellerau eingeladen. Dort warten auf uns eine Iranerin, mittlerweile anerkannt und eine gute Freundin, und eine afghanische Familie, die ich zum ersten Mal treffe. Die Wohnung ist klein und eng und dennoch ein Paradies im Vergleich mit anderen Flüchtlingsunterkünften. Sie sprechen kein Deutsch – und doch ist die Atmosphäre angenehm und gastfreundlich. Die Iranerin übersetzt, wenn nötig, ins Persische. Es ist viertel vor zehn, endlich kann die afghanische Familie wieder essen und trinken. Tagsüber war es bis zu 34°C heiß. Wir, die Gäste, bekommen zuerst aufgetischt. Wir sitzen auf dem Boden und essen mit den Fingern. Diese Menschen kennen uns nicht, sie sind arm, denke ich mir. Trotzdem sind sie beseelt von dem Gedanken, mit uns das Wenige zu teilen, was sie haben. Da wir vegan leben, haben sie auch darauf Rücksicht genommen und für ihre Verhältnisse ungewöhnlich gekocht. Der Schwager der Iranerin, selbst Afghane, kommt hinzu. Immer wieder rennen kleine Kinder an der offenen Tür vorbei, schauen neugierig hinein und begrüßen uns. Niemand scheint Angst oder Vorbehalte zu haben. Alle fühlen sich wohl.

Die Notwendigkeit der Provokation

Während die beiden Söhne ihren Weg zur Moschee antreten, folgen Gespräche über Politik und die Stellung der Frau. Warum? Weil es wichtig ist zu vermitteln, wofür man selbst steht und was im Allgemeinen in der Gesellschaft akzeptiert wird. Niemand fühlt sich angegriffen oder belästigt, da wir nicht belehren, sondern argumentieren wollen. Warum soll sich die Frau verschleiern? Warum erledigt der Mann nicht auch die Arbeiten zu Hause? Warum ignorierst du das religiöse Rauchverbot, bestehst aber auf anderen Einschränkungen? Die Antworten – wie soll es bei religiös bedingten Verhaltensweisen auch anders sein – sind dürftig und unbefriedigend. Doch die Fragen erfüllen ihren Zweck, denn sie bringen die Beteiligten zum Nachdenken. Wichtiger noch: Sie kommen von Frauen, die sich weder verschleiern noch hinter ihren Männern verstecken müssen. Ein stärkeres Signal kann es nicht geben. Ich spreche nicht für meine Frau. Sie spricht für sich (was leider auch nicht bei allen Deutschen selbstverständlich ist).

Der Islam in Europa - Karikatur

Schließlich können wir so weit gehen und erwähnen, dass die Frauen immer das stärkere Geschlecht sind. Wenn Flüchtlingsfamilien nach Deutschland kommen, sind die Männer meist die ersten, die in Depressionen verfallen. In der Heimat hatten sie das sagen und verdienten das Geld. Nun sind sie nutzlos. Für die Frauen hat sich aber nicht viel geändert. Sie müssen nach wie vor den Haushalt führen, sich um die Kinder kümmern und die Familie zusammenhalten. Scheiterten sie, hätte die ganze Familie ein Problem. Doch im Gegensatz zu den Männern machen sie weiter. Unabhängig davon steht im Koran geschrieben, dass Frauen sich bedecken sollen, um sich selbst zu schützen, denn (muslimische) Männer könnten sich sonst ob der Entblößung weiblicher Reize nicht kontrollieren. Die Männer hingegen müssen sich nicht verschleiern, denn – und das verschweigt der Koran anscheinend – Frauen sind stärker und haben sich unter Kontrolle. Wahrscheinlich wissen die Männer das auch – und müssen sie sich deshalb gefügig halten.

Stille. Etwas hilflos sucht der Mann nach Rechtfertigungen. Solche Argumente – und das merke ich immer wieder – sind ihm noch nicht begegnet, da in den oft streng religiösen Heimatländern der Muslime die Lehren des Korans nicht angezweifelt werden. Und genau das müssen wir tun: Menschen aller Glaubensrichtungen herausfordern und ihre Überzeugungen in Frage stellen, aber eben nicht als Vorwurf, sondern als Frage. Dabei hilft es natürlich, wenn man so wie ich den Koran selbst gelesen hat. So weiß ich auch, dass es durchaus nachvollziehbar ist, wenn sich islamische Terroristen auf den Koran beziehen. Diese heilige Schrift mag einzigartig darin sein, dass sie den Gläubigen eine Belohnung in Aussicht stellt, wenn sie im Kampf für Allah gegen die Ungläubigen sterben. Auch dieser Hinweis kann gemäßigte Muslime dazu bringen, über ihren eigenen Glauben nachzudenken.

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Nackt unter Flüchtlingen

Mittlerweile ist es kurz nach Mitternacht, als mich der afghanische Gastgeber darauf aufmerksam macht, dass mir ja eine Massage versprochen wurde. Ich ziehe mich also bis auf die Hose aus und lege mich auf den Boden. Seine Frau verlässt den Raum bevor ich erklären kann, dass mit eine solche Ungleichbehandlung (immerhin sind noch zwei andere Frauen im Raum) nicht passt. Der Gastgeber beginnt mit seiner recht derben, aber dennoch angenehmen Massage. Als es um meine Beine geht, ziehe ich auch die Hose aus. Die Stimmung ist gut, hinter meinem Rücken wird gescherzt. Schließlich macht mir der Masseur durch die Übersetzer klar, dass ich in die Dusche steigen soll. „Zum Abwaschen?“ „Nein, zum Massieren…“

Da sitze ich nun also, nackt in einer fremden Dusche, während mir ein fremder Mann meinen Kopf massiert. Mir ist nicht ganz klar, wie ich mich fühlen soll, als er mich anschließend abduscht. Selbst das abtrocknen übernimmt er. Widersprechen kann ich eh nicht, da er mich auch gar nicht verstehen würde. Dann sind wir fertig – nach einer knappen Stunde. Inzwischen ist es halb zwei. Die Anwesenden sind müde, würden das den Gästen gegenüber aber nie artikulieren. Inzwischen ist auch der Mann der Iranerin, ein Freund von mir, nach dem Ende seines Arbeitstages angekommen. Wir reden ein wenig miteinander. Ob ich mal mit ihm in die Disko gehen würde? Klar, aber nur, wenn seine Frau das auch dürfte…

Gegen zwei Uhr morgens zieht ein Gewitter auf und wir gehen besser, bevor der Regen einsetzt. Die Atmosphäre ist nach wie vor angenehm und herzlich. Was an Essen noch übrig ist, wird uns mitgegeben. Auch wenn es nicht das erste Mal ist, so überrascht mich diese Gastfreundschaft der Flüchtlinge immer wieder aufs Neue positiv, da ich zu viele verbohrte Deutsch gewöhnt bin. Die Iranerin umarmt mich zum Abschied – was noch vor einem halben Jahr undenkbar gewesen wäre. Es ist offensichtlich, dass diese Menschen – unsere Freunde – dabei sind, in Deutschland anzukommen und das wir als Einheimische eine große Rolle dabei spielen.

Wovor haben wir Angst?

Nach einem Tag also, an dem ich mehr Zeit mit Flüchtlingen als mit Deutschen verbracht habe, sitze ich nun also am Computer und stelle mir diese eine Frage: Wovor haben wir eigentlich Angst? Wenn ich mich nackt in der Dusche von einem fremden Ausländer massieren lassen kann, ist es dann wirklich zu viel verlangt von anderen Deutschen, einen sehr viel kleineren Schritt auf die Flüchtlinge zuzugehen? Sie kommen nicht in unser Land mit feindlichen Absichten, sondern auf der Suche nach Frieden, Freiheit und Wohlstand. Ja, sie sind anders, aber „fremde Erde ist nur fremd, wenn der Fremde sie nicht kennt.“ Ob wir wollen oder nicht – Deutschland wird sich in den nächsten Jahren verändern und vielfältiger werden. Wir können das als Bedrohung wahrnehmen oder als Chance. Ich für meinen Teil habe meine Wahl bereits getroffen.

„Fremde Erde ist nur Fremd, wenn der Fremde sie nicht kennt.“

Zwischen Idealismus und Realität

Einmal mehr steht Europa nach den jüngsten Terroranschlägen in Brüssel vor der Frage, ob das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen, Religionen und Ethnien möglich ist. Was sollte unsere Antwort auf die Ereignisse in Belgien sein? Abschottung? Komplettüberwachung aller Bürger? Erzwungene Integration? Expertenmeinungen finden sich nach solchen Ereignissen viele. Was oft nicht erwähnt wird ist, was jeder einzelne Bürger dazu beitragen kann, um die Teilung einer Gesellschaft, die solchen Hassverbrechen vorausgeht, zu verhindern. Der Sinn dieses Beitrags soll nicht die Klärung der Schuldfrage, die Suche nach Ursachen oder der Vorschlag für globale Lösungen sein, sondern stattdessen ein möglichst reflektierter Blick auf meine Erfahrungen bei meiner Arbeit mit Flüchtlingen und meinen Umgang mit Ausländern in Deutschland.

Gut genug für die Arbeit, zu unerwünscht für die Integration

Als Europa und speziell Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg in Trümmern lag, war noch nicht abzusehen, dass sich die Bundesrepublik in nur wenigen Jahrzehnten erneut zur (wirtschaftlichen) Großmacht aufschwingen würde. Gerne blickt die ältere Generation hierzulande auf das sogenannte Wirtschaftswunder zurück und spricht mit Stolz davon, wie sie, die Deutschen, die eigene Heimat wieder aufgebaut hätten. Ein zutreffender und doch gleichzeitig unaufrichtiger Verweis auf die erbrachten Leistungen. Zum einen profitierte Deutschland davon, dass es von den Siegermächten (die in Zeiten des Kalten Krieges und der Absatzsteigerung im Ausland zweifelsohne auch eigene Interessen verfolgten) nicht seinem Schicksal überlassen, sondern möglichst schnell wieder aufgebaut wurde. Hätte das Ausland nicht geholfen – wo würden wir heute stehen? Zum anderen vergisst man bei nostalgischen Wiederaufbaugeschichten gerne, dass Millionen von Menschen dabei geholfen haben, oft ohne die dafür angebrachte Anerkennung zu genießen: Ausländer. In den 1950er und 60er Jahren verabschiedete die Bundesrepublik Deutschland mehrere Anwerbeabkommen mit anderen Staaten wie etwa Italien, Griechenland, der Türkei und Jugoslawien. Das Ziel war, zeitlich befristet Gastarbeiter ins Land zu holen, die beim Aufbau Deutschlands mithalfen. Sie waren also gut genug, um für uns zu arbeiten, sollten danach aber bitteschön schnellstmöglich wieder verschwinden.

Es ist fast überflüssig zu sagen, dass es anders kam. Viele der Gastarbeiter wurden in Deutschland heimisch, gründeten Familien und hatten nicht vor, in ihre einstige Heimat zurückzukehren. Da die Deutschen sie aber oft nicht als ihresgleichen, sondern eben nur als Gäste, die irgendwann wieder gehen sollten, betrachteten, krankte das Miteinander. Statt Integration kam es oft zur Segregation, die langfristig dazu führte, dass sich die Ausländer als nicht Deutsch und untereinander wohler fühlten, was vor allem in Großstädten zu gewissen Bevölkerungsverteilungen – deutsch auf der einen, ausländisch auf der anderen Seite – führte. Verschärft wurde diese Trennung durch die Ende der 1980er beginnende Politik unter Bundeskanzler Helmut Kohl, bei der es darum ging, Russlanddeutschen die Rückkehr in ihre „Heimat“ zu ermöglichen. Das Problem: Viele von ihnen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg auf russischem Gebiet geboren, sprachen dementsprechend kein Deutsch und waren manchmal nur durch ein veraltetes Verständnis von Volkszugehörigkeit mit den Deutschen verbunden. Dennoch konnte sie ohne Sprachtest nach Deutschland kommen und ihre Einbürgerung beantragen. Die Folge: Noch mehr Separation und Ausgrenzung, noch weniger Kontakt mit den Einheimischen. Deutschland wiederholte die gleichen Fehler, die in anderen Ländern auch begangen wurden und sah der Ausbildung von Parallelgesellschaften mehr oder weniger tatenlos zu.

Haben wir aus unserer Vergangenheit gelernt?

Mit der Zuwanderung von über einer Million Flüchtlingen, größtenteils Araber, im Jahr 2015 kommt nun eine andere, aber nicht ganz neue Herausforderung auf die Bundesrepublik zu. Die entscheidende Frage ist: Wird die Integration diesmal besser gelingen? Tatsächlich ist genau das der Punkt, zu dessen Gelingen jeder einzelne Bürger beitragen kann. Wir können die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und den Untergang des Abendlandes – was auch immer das sein soll – herbeischreien. Oder wir können anpacken und dazu beitragen, dass Deutschland in der Zukunft vielfältiger, aber nicht gespaltener ist.

Ein Übel namens Toleranz

Vielleicht die wichtigste Erkenntnis, die ich in den letzten beiden Jahren während meiner Arbeit mit Flüchtlingen gewonnen habe ist, dass zu viel Toleranz schadet und eben nicht zur Integration, sondern zur Parallelgesellschaft führt. Die meisten Flüchtlinge haben sich nicht freiwillig dazu entschieden, ihr Land zu verlassen, aber sie haben sich freiwillig dazu entschieden, nach Deutschland zu kommen und nicht in einem islamischen Land ihr Glück zu versuchen. Es kann daher kein Argument dafür geben, bestimmte Grundsätze unseres täglichen Lebens abzulehnen.

Im Vergleich mit den Ländern, aus denen die meisten Flüchtlinge kommen, sorgen in den Zielländern meiner Meinung nach zwei Umstände dafür, dass wir eben nicht auch im Krieg, sondern in Frieden miteinander leben können. Der erste wichtige Punkt ist die Gleichberechtigung der Frau, denn es ist mittlerweile gut belegt, dass es einer Gesellschaft insgesamt besser geht, je besser die Stellung der Frauen in ihr ist. Der zweite Punkt ist die Säkularisierung, also die Trennung von Staat und Kirche, die dazu führt, dass jeder seiner eigenen Religion nachgehen kann, die aber auch dafür sorgt, dass die Jahrtausende alten Texte unsere Rechtsprechung und unsere Akzeptanz von allem, was anders ist, nicht dominieren. Diese beiden Grundwerte zu verteidigen muss meiner Meinung nach oberste Priorität haben.

Es ist geradezu eine Schande, wenn ein souveräner Staat seine Grundsätze verrät, nur weil er religiösen Fundamentalisten nicht vor den Kopf stoßen möchte, wenn also beispielsweise die Statuen nackter Menschen in Rom abgedeckt werden, nur weil ein Vertreter aus dem Iran zu Gast ist. Genauso ist es eine Schande, wenn deutsche Rechtsprechung die zeremonielle und unnötige Verletzung von hilflosen kleinen Kindern (Beschneidung) erlaubt, um die Religionsfreiheit nicht einzuschränken. Kinder sind kein Eigentum, sondern haben Rechte – und fordern wir nicht genau das Gleiche, wenn es um die Gleichberechtigung der Frau im Islam geht?

Was wir also tun sollten

Wie soll ein Flüchtling lernen, was zur Integration in Deutschland dazugehört, wenn wir immer wieder für Ausnahmen sorgen? Jedem Menschen, der in Deutschland lebt, muss klar sein, dass Integration ohne das Beherrschen der Sprache nicht funktionieren kann. Wir müssen also einerseits dafür sorgen, dass bezahlbare Möglichkeiten des Spracherwerbs bestehen und andererseits darauf bestehen, dass diese auch wahrgenommen werden. Wir müssen es schaffen, dass die Kinder der Flüchtlinge so schnell wie möglich unsere (entsprechend geförderten) Kindertagesstätten und Schulen besuchen, denn umso jünger die Menschen sind, umso einfacher und schneller kann die Integration gelingen. Wir müssen es schaffen, den Flüchtlingen Zugänge zur Gesellschaft im Bereich Sport, Musik, Kultur, etc. zu ermöglichen. Wir müssen ihnen ermöglichen, etwas Sinnvolles mit ihrer Zeit zu tun, also zu arbeiten. Wir müssen den direkten Kontakt suchen, um ihnen beizubringen, was in unserem Land ok ist und was nicht. Wir müssen sie über Regeln und Rechte aufklären. Wir müssen als Vorbilder dienen. Wir müssen ihnen eine Chance geben und dürfen sie nicht mit kritischeren Maßstäben bewerten als wir sie bei Deutschen anwenden würden. Wir müssen andererseits aber dafür sorgen, dass Menschen, die der Gesellschaft schaden, entsprechend bestraft werden, was Abschiebungen nicht ausschließt. Das Wichtigste aber ist: Wir müssen sie ernst nehmen und ihnen das Gefühl geben das zu sein, was sie auch sind: Menschen. Nicht Flüchtlinge oder Ausländer oder Moslems sondern Menschen – genauso wie wir.

Was wir nicht tun sollten

Oft kommen Flüchtlinge mit falschen Erwartungen nach Deutschland, die dann auch noch erweitert werden, wenn übereifrige Helfer diesen Menschen jede Verantwortung und Selbstständigkeit aberziehen. Wenn wir es tatsächlich schaffen, Flüchtlinge fair und gleichberechtigt zu behandeln, dann muss man ihnen auch vermitteln, dass sie für bestimmte Dinge selbst verantwortlich sind und auch in Deutschland nicht alles vom Himmel fällt. Wenn sie Termine haben, müssen sie pünktlich sein. Man sollte nicht auf sie warten. Wenn wieder einmal ein Gerät durch falschen Gebrauch kaputt gegangen ist, dann sollte man es nicht unbedingt ersetzen. Wenn Hilfen als selbstverständlich betrachtet und nicht mit Dank gewürdigt werden, dann sollte man sie einstellen. Wenn Männer der Meinung sind, sie würden nicht auf Frauen hören oder ihnen nicht die Hand schütteln, dann sollten man sie gleich wieder nach Hause schicken. Wenn sie der Meinung sind, Frauen im Allgemeinen wären nicht gleichberechtigt und dürften nicht frei entscheiden, was sie tun und lassen können, dann muss man ihnen mit aller Entschiedenheit klar machen, dass eine solche Einstellung in Deutschland nicht akzeptabel ist. Wenn andererseits eine Frau der Meinung ist, kein Mann außer ihr eigener dürfte sie in der Öffentlichkeit unverschleiert sehen, dann muss man auch ihr klar machen, dass Frauen in Deutschland frei sind. Wenn man mitbekommt, dass Frauen oder Kinder geschlagen werden, dann sollte man das der Polizei melden und es nicht als kulturellen Unterschied hinnehmen. Genauso falsch wäre es, auf das Essen von Schweinefleisch oder das Trinken von Alkohol in Anwesenheit von Moslems zu verzichten. Falsch wäre es auch, Staaten oder Religionen nicht zu kritisieren oder zu parodieren, nur weil man meint, einem anderen Menschen damit vor den Kopf zu stoßen. Allerdings haben auch noch nicht alle Deutschen begriffen, dass Meinungsfreiheit auch das Recht beinhaltet, jemand anderen und seine Überzeugungen zu beleidigen, ohne das deswegen ein Streit ausbrechen müsste. Kurz: Damit Integration gelingen kann, kann man nicht nur etwas bieten. Man muss auch etwas fordern.

Tanz auf der Rasierklinge

Wo genau aber soll man nun ansetzen? Tatsächlich braucht es für die Entscheidung, was tolerierbar ist und was nicht, viel Fingerspitzengefühl. Im Endeffekt versuche ich mich im Allgemeinen daran zu orientieren, welche Verhaltensweisen gegen meine eigenen, humanistischen Werte verstoßen. Ein homosexueller Mensch wird mein Leben und die Werte, die ich verteidige, nicht beeinflussen. Anderen Menschen entsteht kein Nachteil aus seiner Partnerwahl. Welchen Grund sollte es also geben, ein Problem mit seiner Sexualität zu haben? Genauso berührt es mich und andere Menschen nicht, wenn ein Moslem sich dazu entschließt, im Ramadan tagsüber nichts zu essen. Oder wenn er kein Alkohol trinken möchte. Oder wenn es für ihn nicht üblich ist, nach dem Sport mit den anderen zusammen zu Duschen und er es deshalb lieber zu Hause macht. Es spielt für mich auch keine Rolle, zu welchem Gott ein Mensch betet, da für mich alle Religionen gleichermaßen eine Beleidigung für den menschlichen Verstand sind. Falls ein religiöser Mensch aber der Meinung ist, dass seine Überzeugungen das Leben anderer Menschen beeinflussen sollten, dann finde ich das nicht tolerierbar. Nicht tolerierbar finde ich auch Meinungen, die Frauen, Ethnien, Kindern, Nationalitäten, etc. die Gleichberechtigung absprechen. Tolerierbar sind hingegen andere Kleidung, Musik, Tänze, Lieder, Spiele, Mahlzeiten, usw. Das schwierige daran ist meiner Meinung nach, dass es DEN oder DIE Deutschen/Deutsche nicht gibt. Wenn wir also der Meinung sind, dass ein Ausländer etwas tun oder lassen sollte, dann müssen wir gut darüber nachdenken, ob es uns nur um unsere eigenen Ansichten und Meinungen geht, oder ob es tatsächlich um gesellschaftlich akzeptierte und notwendige Normen geht.

Nur Mut! Sie beißen nicht!

Ich habe für mich selbst festgestellt, dass die Umsetzung angemessener Forderungen und Förderungen von einem entscheidenden Punkt abhängt: Direkter Kontakt. Wir müssen die Flüchtlinge kennen und verstehen, um gezielt mit ihnen umgehen zu können. Gerne flüchten sich Zuwanderungskritiker in Floskeln wie: „Die werden sich nie anpassen!“ Doch wie viele von uns haben bisher den Kontakt zu solchen Ausländern gesucht, um ihnen vorwurfsfrei näher zu bringen, was unsere Gesellschaft ausmacht? Aus meiner eigenen Erfahrung heraus kann ich sehr wohl sagen, dass Flüchtlinge, zu denen man ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hat, sehr gut zuhören, wenn man ihnen sagt, was akzeptabel ist und was nicht. Viel wichtiger dabei ist aber, dass sie sich durch den Kontakt als Mensch ernst genommen und nicht unerwünscht fühlen. Genau das ist die Grundlage von Integration. Lasst uns Menschen wie Menschen behandeln und verzichtet so oft wie möglich auf entzweiende Kategorisierungen. Im Gegensatz zu anderen Staaten ist es in Deutschland nach wie vor so, dass ein Mensch, der nicht einem bestimmten, weißen Ideal entspricht in der Regel als nicht Deutsch eingestuft wird. Wäre es nicht schön, wenn wir eines Tages nicht mehr von DEN Türken, DEN Russen, DEN Arabern, etc., sondern einfach nur von UNS sprechen könnten?

Wenn die Wahrheit zum zweifelhaften Gut wird

Was manche Menschen Deutschen wie mir, die sich für Flüchtlinge engagieren, vielleicht manchmal vorwerfen ist die undifferenzierte Befürwortung von allem, was gerade von Außen nach Deutschland dringt. Zum einen verfehlt diese Behauptung den Kern der ehrenamtlichen und idealistischen Hilfe, in dem es darum geht, Menschen zu helfen, die Hilfe bedürfen – Deutschen also genauso wie Ausländern. Zum anderen bin ich natürlich der Meinung, dass wir bestimmte Anforderungen an Zugereiste stellen und diese auch durchsetzen müssen. Die Vertuschung der Straftaten von Ausländern in der Öffentlichkeit ist destruktiv, da sie die Glaubwürdigkeit des Senders der Information untergräbt. Stattdessen brauchen wir einen offenen und ehrlichen Umgang damit, zudem auch das Relativieren gehört. Nur wenn wir etwas in Relationen betrachten, können wir objektive und nicht emotionale Entscheidungen treffen.

Wenn wir also von sexuellen Übergriffen durch Ausländer sprechen, dann müssen wir das Gleiche auch bei den entsprechenden Straftaten tun, die durch Deutsche verübt werden. Gerade das Thema sexuelle Gewalt und Unterdrückung wird hierzulande aber schon seit jeher totgeschwiegen und meiner Meinung nach stark unterschätzt. Wenn Ausländer systematisch stehlen, dann muss man das thematisieren und ahnden, darf dann andererseits die Steuerhinterziehung von Deutschen und Großkonzernen, die dem Staat in ungleich größerem Maße schadet, nicht unter den Tisch kehren oder zum Kavaliersdelikt verharmlosen. Wenn eine Täterbeschreibung die Hautfarbe oder vermeintliche Herkunft eines Menschen erwähnt, dann muss dies immer geschehen und nicht nur dann, wenn es Personen betrifft, die nicht typisch deutsch aussehen. Wenn ein Ausländer sich weigert, die deutsche Sprache zu erlernen, dann muss es Sanktionsmechanismen geben, aber man kann niemandem fehlende Bereitschaft vorwerfen, wenn es gar nicht genügend bezahlbare Deutschkurse gibt. Wenn es in Sammelunterkünften zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Asylbewerbern kommt, dann muss man auch darüber berichten, dabei aber auch ab und zu die unglaublich schweren psychologischen Belastungen thematisieren, die mit dem Asylverfahren einhergehen und die uns allen schwer zu schaffen machen würden.

Natürlich brauchen wir einen offenen Diskurs und nicht jeder, der gegen den aktuellen Kurs der deutschen Regierung ist, ist ein Nazi. Wer aber verallgemeinert und Schlüsse auf Grund von Herkunft und Aussehen zieht, der ist ein Rassist – und wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir diese nicht auch als solche bloßstellen. Besonders unaufrichtig ist es, wenn jemand lügt, nur um gegen eine bestimmte Gruppe hetzen zu können. Gerade im Bezug auf Flüchtlinge sind viele Halbwahrheiten oder eben Lügen im Umlauf. In solchen Situationen erweisen sich die allgegenwärtigen sozialen Netzwerke online als Fluch, denn wer macht sich noch die Mühe, Behauptungen zu überprüfen? Gerade das ist aber wichtig, um objektiv urteilen zu können, weshalb diese Karte dabei helfen kann, wahre von erfundenen Meldungen über Straftaten von Flüchtlingen zu unterscheiden:

http://www.sueddeutsche.de/digital/falschmeldungen-im-internet-diese-karte-entlarvt-geruechte-ueber-fluechtlinge-1.2856642

Außerdem gibt es hier noch einen meiner Meinung nach hervorragend differenzierten Artikel eines Bundesrichters zu den Vorfällen in Köln zu Silvester. Lang aber absolut lesenswert!

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-01/sexmob-koeln-kriminalitaet-strafrecht-fischer-im-recht/komplettansicht

 

Die Freien Turner und die Entstehung des Fußballs

Zwar hat das Ganze wenig mit unserem Integrationsprojekt zu tun, aber wenn die Freien Turner Würzburg schon mal im Fernsehen sind, dann ist das auch hier eine Meldung wert. Am Sonntag, dem 24. Januar ab 19:30 Uhr sind ausgewählte Spieler unseres Vereins bei Terra X auf ZDF zu sehen, die im vergangenen Sommer für Dreharbeiten zur Verfügung standen. Das Thema ist: Die Freizeitbeschäftigung von Mönchen um das Jahr 1500 oder anders gesagt: Die Geburtsstunde des Fußballs. Als Vorgeschmack dient dieses Bild, auch wenn man sich den kleinen Kilian wegdenken muss:

Veranstaltungstermine

Mittlerweile gibt es sehr viele Initiativen und Gruppen, die sich mit dem Thema Flüchtlinge beschäftigen. Wer sich näher mit der Thematik auseinandersetzen möchte, findet hier ein paar Vorschläge für Veranstaltungen in Würzburg in dieser Woche:

FRAUEN AUF DER FLUCHT
Vortrag mit Behshid Najafi von agisra e.V. Köln
Termin: Mittwoch 09. Dezember 2015, 20.00 Uhr (ab 19 Uhr Abendessen mit Bezahlung auf Spendenbasis)
Ort: KHG (Katholische Hoschschulgemeinde) Würzburg, Hofstallstr. 4, 97070 Würzburg
Veranstaltet vom Asyl-AK Frauenfrühstück

 

Autonomie der Migration
Vortrag und Diskussion mit Manuel Liebig

Termin: Donnerstag 10. Dezember 2015, 20.00 h, Vortrags- und Gesprächsabend
Ort: KHG (Katholische Hoschschulgemeinde) Würzburg, Hofstallstr. 4, 97070 Würzburg
Veranstaltet vom Asyl-AK „Mehr als 16a“
Der lange Sommer der Migration hat das europäische Grenzregime ins Wanken gebracht. Die unaufhaltsamen Bewegungen der Migration haben sich ihr Recht auf Bewegungsfreiheit einfach genommen – und verdeutlicht, dass die sogenannte „Festung Europa“ kein starres System hegemonialer Übermacht darstellt. Man kann zwar der Migration mit repressiven Mitteln begegnen, aber man kann nicht die Flüsse der Migration nach Programmierung und Dafürhalten öffnen und sperren. Der Vortrag will aus einer Perspektive der Kritischen Migrations- und Grenzregimeforschung eine neue Sicht auf die Geschehnisse an den Außengrenzen als auch im innereuropäischen
Territorium aufzeigen. Im Rückgriff auf praktische Forschungserfahrungen soll so eine theoretische Konzeption dargelegt werden, die die widerständigen Momente der „Autonomie der Migration“ in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung rückt und von der aus gesellschaftliche Aushandlungsprozesse neu gedacht werden können.
Manuel Liebig arbeitet am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin. Er ist Teil von „kritnet“, dem Netzwerk für Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung und im Bereich der Kritischen Europäisierungsforschung aktiv.
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Heimatlos
Das neue Stück der Asyl-Theatergruppe „Die Überlebenden“ der KHG Würzburg
Termin: Freitag 11. und Samstag 12. Dezember 2015 jeweils 20.00 h
Ort: KHG (Katholische Hoschschulgemeinde) Würzburg, Hofstallstr. 4, 97070 Würzburg

Viele Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, lassen einen Teil ihres Herzens zurück. Die Familie, Freunde, Hab und Gut und viele andere Dinge, an denen das Herz hängt bleiben dort für immer.

Heimatlos ist ein Stück von Geflüchteten über ihre Flucht, die Ankunft in Deutschland, das Leben in der Gemeinschaftsunterkunft, die Schwierigkeiten mit den Behörden und über ihre permanente Angst, wieder abgeschoben zu werden. Zusammen mit Musikern haben die Schauspieler und Schauspielerinnen das Stück „Heimatlos“ entwickelt, das auf der Bühne der KHG am 11. Und 12. Dezember 2015 um 20.00 Uhr zu sehen sein wird.

Die Theatergruppe „Die Überlebenden“ trifft sich einmal in der Woche. Studierende und Flüchtlinge üben verschiedenste Theatertechniken ein und entwickeln im Laufe der Zeit einzelne Szenen, die dann zu einem Stück zusammengestellt werden. Hier gelingt es, Barrieren abzubauen, neue Kontakte zu knüpfen und mit viel Freude, in verschiedensten Sprachen, Theaterkunst zu produzieren.