Der Alltag eines Bufdi Teil 2

Und nun zum zweiten Teil:

Die zweite Hälfte der Woche arbeite ich weniger mit Kinder und kümmere mich eher um den Verein und das Projekt, was mir einen besseren Bezug zur FTW und ihren Mitgliedern gibt.

Der Donnerstag ist der ruhigste Tag, denn da steht nur das Mattenaufbauen für die Taekwondoler an. Je nach dem, wie viel ansteht erledige ich auch an dem Tag Bürozeug und zurzeit nutze ich diese Zeit für Choreografien, da bald der Tanzkurs ansteht. Es ist schön, auch so einen Tag zu haben, bei dem ich keine große Verantwortung übernehmen muss.

Nun zum Freitag und zu dem Tag, an dem ich nur mit Geflüchteten arbeite. Frühs um 10 Uhr fahre ich mit dem Bus zum Frauenfrühstück in die Gemeinschaftsunterkunft in der Veitshöchheimerstraße. Das Frauenfrühstück ist ein Asyl-AK der Katholischen Hochschulgemeinde in Würzburg (http://www.khg-wuerzburg.de/soziale-ak–s-und-initiativen/asyl-frauenfruehstueck–ak-) und began schon vor ca. 10 Jahren Frauen eine schöne Atmosphäre bei der wichtigsten Mahlzeit des Tages anzubieten. Es versammeln sich alle möglichen Nationen und so verbringen wir zusammen eine sehr schöne Zeit. Dabei knüpft man sehr viele Kontakte und es ist mit Abstand meine liebste Beschäftigung.
Um 17 Uhr bereite ich dann den Fitnesskurs für Frauen vor, bei dem wir mit einer kleinen Tanzeinlage beginnen und mit Fitness und Yoga den Frauen eine kleine Auszeit gönnen wollen (alles zu dem Kurs findet ihr in dem Blogeintrag „Unsere Kurse“). Ich habe die Frauen wirklich sehr lieb gewonnen und freue mich über jedes neue Gesicht! Zusammen haben wir eine wunderschöne Zeit und bringen dabei unsere Muskeln ins Schwitzen.

Samstag ist im Herbst/Winter mein letzter Arbeitstag der Woche gewesen, bei dem ich da auch wieder die U11 in American Football unterstütze.
Mit der ansteigenden Hitze steigen auch meine Verpflichtungen am Wochenende, was nun mal üblich für Sportvereinen ist. In dem ich bei Heimspielen aushelfen werde und die eine oder andere Arbeit am Vereinsheim und den Plätzen vollbringe, unterstütze ich den Verein und lerne viel über andere Sportarten.

Ich bin gespannt, was die nächsten Monate noch so mit sich bringen und freue mich darauf. Nach über 7 Monaten BfdmF bei den Freien Turnern bin ich jeden Tag aufs neue glücklich so eine schöne Stelle gefunden zu haben, bei der ich mich selbst verwirklichen und gleichzeitig vielen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann.

 

Bis zum nächsten Eintrag und noch einen wunderschönen Frühlingstag!

Eure Ayla Fikir

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Der Arbeitsalltag eines Bufdi

Hallo liebe Leser,

heute erzähle ich euch von meinem Arbeitsalltag und was man sich unter einem Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug (BfdmF) bei den Freien Turnern zwischen Herbst und Frühling vorstellen kann. Und weil das ein zu langer Eintrag wäre, bekommt ihr heute die ersten 3 Tage zu lesen und bald die restlichen 4.

Am Montag beginnt mein Tag erst gegen Vormittag und zwar mit der Fahrt zur Mönchbergschule, welches mit den öffentlichen Verkehrsmitteln knapp eine Stunde braucht.
Die Mönchbergschule ist die erste Anlaufstelle für geflüchtete und ausgewanderte Kinder und Jugendliche. In der Mittelschule sind nur Migranten und dabei wird den Schüler die Möglichkeit geboten, bei einer guten Leistung auf eine andere weiterführende Schule zu wechseln, um bessere Bildungschancen zu erhalten. Ich vertrete in dieser Schule  das Programm „Integration durch Sport“ gemeinsam mit weiteren Ehrenamtlichen und Studenten, welche auch schon Jahre zu vor mit dem Programm an der Mönchbergschule aktiv waren.
Montags kommen auf zwei einhalb Stunden (13:30 – 16 Uhr + 30 min Vorbereitung) zwei Gruppen, die sich in eine Mädchen und Jungs Gruppe teilen lässt.
Abwechselnd spielen wir alle heiß begeehrten Sportspiele und oftmals lernen die Jugendlichen auch neue Sportarten kennen, welche auch mal in die Richtung Sprachbildung, Kompetenzförderung und das lehren deutscher Werte und Normen geht.
Grundsätzlich versuchen wir diesen jungen Menschen Abwechslung zu bieten, die auch ihre Integration in Deutschland positiv beeinflussen soll.
Nach den drei Stunden fahre ich dann ins Vereinsheim, wo ich beim U11 Training unserer American Football Abteilung den Panthers aushelfe. Dabei lerne ich die Sportart recht intensiv kennen und fördere auch meine Kompetenzen in Teamarbeit mit den anderen Coaches und im Training mit Kindern im Alter von 4 bis 10 Jahren. Von 17:00 bis 18:30 Uhr powern die Kids durch und danach habe ich das meiste auch schon geschafft.
Auch wenn Montag einer meiner liebsten Tage ist, kostet es doch viel Kraft und ich bin dann froh endlich daheim mein Bürokram zu erledigen. Dabei trage ich immer meine Arbeitsstunden ein und beantworte/ schreibe E-Mails, die oft von neuen Projekten oder neuen Aufgaben für mich handeln. Dann endet mein Arbeitstag und ich freue mich auf den nächsten ruhigeren Tag.

Dienstag fängt mein Arbeitstag sogar erst um 13:30 Uhr an, mit der Fahrt zur Max-Dauthendey Schule. 14:00 angekommen nehmen mein Kollege und ich 13 Kinder aus der 2. und 3. Klasse mit zum „Spiel und Sport“, welches auch zum Projekt Integration durch Sport gehört. Dann haben die Kinder anderthalb Stunden Zeit für ihre Spiele und diverse Wettkämpfe. Dabei versuchen wir speziell dieser Gruppe beizubringen fair und gemeinsam zu spielen, weil manche Schüler eher egoistisch handeln und das Gewinnen um jeden Preis im Vordergrund steht.
Anfangs hatte ich so meine Probleme mit der Gruppe, aber mittlerweile habe ich sie lieb gewonnen und sie gehorchen uns immer besser. Um 15:30 ist der Sport zu ende und die Kinder gehen wieder in die Offene Ganztagsschule, während ich mich wieder auf den Weg ins Vereinsheim mache. Jeden Dienstag helfe ich der Taekwondo Abteilung die gesamte Halle mit ihren Traingsmatten auszulegen und ineinander zu stecken. Es ist nicht die schönste Arbeit und geht auch ziemlich auf die Arme, aber ich nenne das eine „gratis Trainingseinheit“ und freue mich immer auf die Kinder, die mir dann ihre Geschichten aus der Schule erzählen, während sie mir helfen.
18 Uhr beginnt das Training und dann sind wir auch schon fertig und ich kann dann Nachhause. Je nach Bedarf kümmere ich mich auch dann noch um Projekte oder seit kurzem um den Blog, was ein guter Ausgleich zu der intensiven Arbeit mit den Kindern ist.

Und nun zum Mittwoch. Der beginnt auch wieder mit der Fahrt zur Mönchbergschule. An diesem Tag habe ich in drei Stunden, drei Gruppen aus der Grundschule. Es sind zwar sehr laute, aber auch sehr schöne Stunden. Dabei ist die dritte Gruppe die anstrengendste, weil genau diese Gruppe nur aus zugewanderten Kindern besteht, die alle erst seit ein paar wenigen Monaten hier sind. Deshalb wird auch hier wieder viel experimentiert und Integrationsspiele durchgeführt. Das schönste daran ist, wenn du nach 6 Monaten tatsächlich große Fortschritte der Kinder wahrnimmst und manche in eine normale Grundschulklasse wechseln und so intensiver gefördert werden können.
Nach getaner Arbeit geht es auch wieder Nachhause, um sich wieder um bürokratisches zu kümmern.
Der Mittwoch lehrt mir persönlich viel und ich freue mich auch immer darauf.

Nun wünsche ich euch einen tollen Tag und hoffe, dass euch der Einblick gefallen hat.

Bis zum nächsten Eintrag

Eure Ayla Fikir