Fußballschuhe an Bedürftige abzugeben

Dank unseres mittlerweile guten Rufes dürfen wir uns immer mal wieder über unerwartete Spenden freuen. So erreichten uns vor kurzem dutzende Fußballschuhe, die wir gar nicht alle verwenden können. Der kleine Nachteil ist, dass alle die gleiche Größe haben: 42 2/3. Etwa fünf Paar haben die Größe 35 1/3. Nun sind wir natürlich gerne bereit, ein paar von diesen Schuhen abzugeben, wenn bei diesen Größen Bedarf besteht. Als Empfänger kommen sowohl Flüchtlinge in Frage als auch alle anderen bedürftigen Menschen, die es verdient haben, die also regelmäßig an einem Sportangebot teilnehmen, sich neue Schuhe aber einfach nicht leisten können. Bei Interesse meldet euch einfach unter freie-turner@gmx.de.

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Finanzierung von „Sport ohne Grenzen“ auch weiterhin gesichert

Ehrenamtliches Engagement ist gut und schön, doch ohne entsprechende Würdigung und Unterstützung wäre es nicht viel wert und könnte nicht dauerhaft betrieben werden. Umso dankbarer sind wir für alle Helfer, die „Sport ohne Grenzen“ ermöglichen. Dazu gehören neben den Vereinsmitgliedern natürlich vor allem die Förderer und Sponsoren. So durften wir uns in nur wenigen Wochen über Zuschüsse von fast 6.000 Euro für unser Integrationsprojekt freuen, wodurch die Fortführung des Projektes über viele weitere Monate gesichert ist. Unser großer Dank gilt daher der Bürgerstiftung Würzburg und Umgebung, Demokratie leben Würzburg und Standpunkt e.V. Ohne diese finanzielle Unterstützung wäre unser Projekt nicht möglich. Vielen Dank!

Demokratie leben Standpunkt_Logo_2015 Bürgerstiftung

Zwischen Idealismus und Realität

Einmal mehr steht Europa nach den jüngsten Terroranschlägen in Brüssel vor der Frage, ob das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen, Religionen und Ethnien möglich ist. Was sollte unsere Antwort auf die Ereignisse in Belgien sein? Abschottung? Komplettüberwachung aller Bürger? Erzwungene Integration? Expertenmeinungen finden sich nach solchen Ereignissen viele. Was oft nicht erwähnt wird ist, was jeder einzelne Bürger dazu beitragen kann, um die Teilung einer Gesellschaft, die solchen Hassverbrechen vorausgeht, zu verhindern. Der Sinn dieses Beitrags soll nicht die Klärung der Schuldfrage, die Suche nach Ursachen oder der Vorschlag für globale Lösungen sein, sondern stattdessen ein möglichst reflektierter Blick auf meine Erfahrungen bei meiner Arbeit mit Flüchtlingen und meinen Umgang mit Ausländern in Deutschland.

Gut genug für die Arbeit, zu unerwünscht für die Integration

Als Europa und speziell Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg in Trümmern lag, war noch nicht abzusehen, dass sich die Bundesrepublik in nur wenigen Jahrzehnten erneut zur (wirtschaftlichen) Großmacht aufschwingen würde. Gerne blickt die ältere Generation hierzulande auf das sogenannte Wirtschaftswunder zurück und spricht mit Stolz davon, wie sie, die Deutschen, die eigene Heimat wieder aufgebaut hätten. Ein zutreffender und doch gleichzeitig unaufrichtiger Verweis auf die erbrachten Leistungen. Zum einen profitierte Deutschland davon, dass es von den Siegermächten (die in Zeiten des Kalten Krieges und der Absatzsteigerung im Ausland zweifelsohne auch eigene Interessen verfolgten) nicht seinem Schicksal überlassen, sondern möglichst schnell wieder aufgebaut wurde. Hätte das Ausland nicht geholfen – wo würden wir heute stehen? Zum anderen vergisst man bei nostalgischen Wiederaufbaugeschichten gerne, dass Millionen von Menschen dabei geholfen haben, oft ohne die dafür angebrachte Anerkennung zu genießen: Ausländer. In den 1950er und 60er Jahren verabschiedete die Bundesrepublik Deutschland mehrere Anwerbeabkommen mit anderen Staaten wie etwa Italien, Griechenland, der Türkei und Jugoslawien. Das Ziel war, zeitlich befristet Gastarbeiter ins Land zu holen, die beim Aufbau Deutschlands mithalfen. Sie waren also gut genug, um für uns zu arbeiten, sollten danach aber bitteschön schnellstmöglich wieder verschwinden.

Es ist fast überflüssig zu sagen, dass es anders kam. Viele der Gastarbeiter wurden in Deutschland heimisch, gründeten Familien und hatten nicht vor, in ihre einstige Heimat zurückzukehren. Da die Deutschen sie aber oft nicht als ihresgleichen, sondern eben nur als Gäste, die irgendwann wieder gehen sollten, betrachteten, krankte das Miteinander. Statt Integration kam es oft zur Segregation, die langfristig dazu führte, dass sich die Ausländer als nicht Deutsch und untereinander wohler fühlten, was vor allem in Großstädten zu gewissen Bevölkerungsverteilungen – deutsch auf der einen, ausländisch auf der anderen Seite – führte. Verschärft wurde diese Trennung durch die Ende der 1980er beginnende Politik unter Bundeskanzler Helmut Kohl, bei der es darum ging, Russlanddeutschen die Rückkehr in ihre „Heimat“ zu ermöglichen. Das Problem: Viele von ihnen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg auf russischem Gebiet geboren, sprachen dementsprechend kein Deutsch und waren manchmal nur durch ein veraltetes Verständnis von Volkszugehörigkeit mit den Deutschen verbunden. Dennoch konnte sie ohne Sprachtest nach Deutschland kommen und ihre Einbürgerung beantragen. Die Folge: Noch mehr Separation und Ausgrenzung, noch weniger Kontakt mit den Einheimischen. Deutschland wiederholte die gleichen Fehler, die in anderen Ländern auch begangen wurden und sah der Ausbildung von Parallelgesellschaften mehr oder weniger tatenlos zu.

Haben wir aus unserer Vergangenheit gelernt?

Mit der Zuwanderung von über einer Million Flüchtlingen, größtenteils Araber, im Jahr 2015 kommt nun eine andere, aber nicht ganz neue Herausforderung auf die Bundesrepublik zu. Die entscheidende Frage ist: Wird die Integration diesmal besser gelingen? Tatsächlich ist genau das der Punkt, zu dessen Gelingen jeder einzelne Bürger beitragen kann. Wir können die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und den Untergang des Abendlandes – was auch immer das sein soll – herbeischreien. Oder wir können anpacken und dazu beitragen, dass Deutschland in der Zukunft vielfältiger, aber nicht gespaltener ist.

Ein Übel namens Toleranz

Vielleicht die wichtigste Erkenntnis, die ich in den letzten beiden Jahren während meiner Arbeit mit Flüchtlingen gewonnen habe ist, dass zu viel Toleranz schadet und eben nicht zur Integration, sondern zur Parallelgesellschaft führt. Die meisten Flüchtlinge haben sich nicht freiwillig dazu entschieden, ihr Land zu verlassen, aber sie haben sich freiwillig dazu entschieden, nach Deutschland zu kommen und nicht in einem islamischen Land ihr Glück zu versuchen. Es kann daher kein Argument dafür geben, bestimmte Grundsätze unseres täglichen Lebens abzulehnen.

Im Vergleich mit den Ländern, aus denen die meisten Flüchtlinge kommen, sorgen in den Zielländern meiner Meinung nach zwei Umstände dafür, dass wir eben nicht auch im Krieg, sondern in Frieden miteinander leben können. Der erste wichtige Punkt ist die Gleichberechtigung der Frau, denn es ist mittlerweile gut belegt, dass es einer Gesellschaft insgesamt besser geht, je besser die Stellung der Frauen in ihr ist. Der zweite Punkt ist die Säkularisierung, also die Trennung von Staat und Kirche, die dazu führt, dass jeder seiner eigenen Religion nachgehen kann, die aber auch dafür sorgt, dass die Jahrtausende alten Texte unsere Rechtsprechung und unsere Akzeptanz von allem, was anders ist, nicht dominieren. Diese beiden Grundwerte zu verteidigen muss meiner Meinung nach oberste Priorität haben.

Es ist geradezu eine Schande, wenn ein souveräner Staat seine Grundsätze verrät, nur weil er religiösen Fundamentalisten nicht vor den Kopf stoßen möchte, wenn also beispielsweise die Statuen nackter Menschen in Rom abgedeckt werden, nur weil ein Vertreter aus dem Iran zu Gast ist. Genauso ist es eine Schande, wenn deutsche Rechtsprechung die zeremonielle und unnötige Verletzung von hilflosen kleinen Kindern (Beschneidung) erlaubt, um die Religionsfreiheit nicht einzuschränken. Kinder sind kein Eigentum, sondern haben Rechte – und fordern wir nicht genau das Gleiche, wenn es um die Gleichberechtigung der Frau im Islam geht?

Was wir also tun sollten

Wie soll ein Flüchtling lernen, was zur Integration in Deutschland dazugehört, wenn wir immer wieder für Ausnahmen sorgen? Jedem Menschen, der in Deutschland lebt, muss klar sein, dass Integration ohne das Beherrschen der Sprache nicht funktionieren kann. Wir müssen also einerseits dafür sorgen, dass bezahlbare Möglichkeiten des Spracherwerbs bestehen und andererseits darauf bestehen, dass diese auch wahrgenommen werden. Wir müssen es schaffen, dass die Kinder der Flüchtlinge so schnell wie möglich unsere (entsprechend geförderten) Kindertagesstätten und Schulen besuchen, denn umso jünger die Menschen sind, umso einfacher und schneller kann die Integration gelingen. Wir müssen es schaffen, den Flüchtlingen Zugänge zur Gesellschaft im Bereich Sport, Musik, Kultur, etc. zu ermöglichen. Wir müssen ihnen ermöglichen, etwas Sinnvolles mit ihrer Zeit zu tun, also zu arbeiten. Wir müssen den direkten Kontakt suchen, um ihnen beizubringen, was in unserem Land ok ist und was nicht. Wir müssen sie über Regeln und Rechte aufklären. Wir müssen als Vorbilder dienen. Wir müssen ihnen eine Chance geben und dürfen sie nicht mit kritischeren Maßstäben bewerten als wir sie bei Deutschen anwenden würden. Wir müssen andererseits aber dafür sorgen, dass Menschen, die der Gesellschaft schaden, entsprechend bestraft werden, was Abschiebungen nicht ausschließt. Das Wichtigste aber ist: Wir müssen sie ernst nehmen und ihnen das Gefühl geben das zu sein, was sie auch sind: Menschen. Nicht Flüchtlinge oder Ausländer oder Moslems sondern Menschen – genauso wie wir.

Was wir nicht tun sollten

Oft kommen Flüchtlinge mit falschen Erwartungen nach Deutschland, die dann auch noch erweitert werden, wenn übereifrige Helfer diesen Menschen jede Verantwortung und Selbstständigkeit aberziehen. Wenn wir es tatsächlich schaffen, Flüchtlinge fair und gleichberechtigt zu behandeln, dann muss man ihnen auch vermitteln, dass sie für bestimmte Dinge selbst verantwortlich sind und auch in Deutschland nicht alles vom Himmel fällt. Wenn sie Termine haben, müssen sie pünktlich sein. Man sollte nicht auf sie warten. Wenn wieder einmal ein Gerät durch falschen Gebrauch kaputt gegangen ist, dann sollte man es nicht unbedingt ersetzen. Wenn Hilfen als selbstverständlich betrachtet und nicht mit Dank gewürdigt werden, dann sollte man sie einstellen. Wenn Männer der Meinung sind, sie würden nicht auf Frauen hören oder ihnen nicht die Hand schütteln, dann sollten man sie gleich wieder nach Hause schicken. Wenn sie der Meinung sind, Frauen im Allgemeinen wären nicht gleichberechtigt und dürften nicht frei entscheiden, was sie tun und lassen können, dann muss man ihnen mit aller Entschiedenheit klar machen, dass eine solche Einstellung in Deutschland nicht akzeptabel ist. Wenn andererseits eine Frau der Meinung ist, kein Mann außer ihr eigener dürfte sie in der Öffentlichkeit unverschleiert sehen, dann muss man auch ihr klar machen, dass Frauen in Deutschland frei sind. Wenn man mitbekommt, dass Frauen oder Kinder geschlagen werden, dann sollte man das der Polizei melden und es nicht als kulturellen Unterschied hinnehmen. Genauso falsch wäre es, auf das Essen von Schweinefleisch oder das Trinken von Alkohol in Anwesenheit von Moslems zu verzichten. Falsch wäre es auch, Staaten oder Religionen nicht zu kritisieren oder zu parodieren, nur weil man meint, einem anderen Menschen damit vor den Kopf zu stoßen. Allerdings haben auch noch nicht alle Deutschen begriffen, dass Meinungsfreiheit auch das Recht beinhaltet, jemand anderen und seine Überzeugungen zu beleidigen, ohne das deswegen ein Streit ausbrechen müsste. Kurz: Damit Integration gelingen kann, kann man nicht nur etwas bieten. Man muss auch etwas fordern.

Tanz auf der Rasierklinge

Wo genau aber soll man nun ansetzen? Tatsächlich braucht es für die Entscheidung, was tolerierbar ist und was nicht, viel Fingerspitzengefühl. Im Endeffekt versuche ich mich im Allgemeinen daran zu orientieren, welche Verhaltensweisen gegen meine eigenen, humanistischen Werte verstoßen. Ein homosexueller Mensch wird mein Leben und die Werte, die ich verteidige, nicht beeinflussen. Anderen Menschen entsteht kein Nachteil aus seiner Partnerwahl. Welchen Grund sollte es also geben, ein Problem mit seiner Sexualität zu haben? Genauso berührt es mich und andere Menschen nicht, wenn ein Moslem sich dazu entschließt, im Ramadan tagsüber nichts zu essen. Oder wenn er kein Alkohol trinken möchte. Oder wenn es für ihn nicht üblich ist, nach dem Sport mit den anderen zusammen zu Duschen und er es deshalb lieber zu Hause macht. Es spielt für mich auch keine Rolle, zu welchem Gott ein Mensch betet, da für mich alle Religionen gleichermaßen eine Beleidigung für den menschlichen Verstand sind. Falls ein religiöser Mensch aber der Meinung ist, dass seine Überzeugungen das Leben anderer Menschen beeinflussen sollten, dann finde ich das nicht tolerierbar. Nicht tolerierbar finde ich auch Meinungen, die Frauen, Ethnien, Kindern, Nationalitäten, etc. die Gleichberechtigung absprechen. Tolerierbar sind hingegen andere Kleidung, Musik, Tänze, Lieder, Spiele, Mahlzeiten, usw. Das schwierige daran ist meiner Meinung nach, dass es DEN oder DIE Deutschen/Deutsche nicht gibt. Wenn wir also der Meinung sind, dass ein Ausländer etwas tun oder lassen sollte, dann müssen wir gut darüber nachdenken, ob es uns nur um unsere eigenen Ansichten und Meinungen geht, oder ob es tatsächlich um gesellschaftlich akzeptierte und notwendige Normen geht.

Nur Mut! Sie beißen nicht!

Ich habe für mich selbst festgestellt, dass die Umsetzung angemessener Forderungen und Förderungen von einem entscheidenden Punkt abhängt: Direkter Kontakt. Wir müssen die Flüchtlinge kennen und verstehen, um gezielt mit ihnen umgehen zu können. Gerne flüchten sich Zuwanderungskritiker in Floskeln wie: „Die werden sich nie anpassen!“ Doch wie viele von uns haben bisher den Kontakt zu solchen Ausländern gesucht, um ihnen vorwurfsfrei näher zu bringen, was unsere Gesellschaft ausmacht? Aus meiner eigenen Erfahrung heraus kann ich sehr wohl sagen, dass Flüchtlinge, zu denen man ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hat, sehr gut zuhören, wenn man ihnen sagt, was akzeptabel ist und was nicht. Viel wichtiger dabei ist aber, dass sie sich durch den Kontakt als Mensch ernst genommen und nicht unerwünscht fühlen. Genau das ist die Grundlage von Integration. Lasst uns Menschen wie Menschen behandeln und verzichtet so oft wie möglich auf entzweiende Kategorisierungen. Im Gegensatz zu anderen Staaten ist es in Deutschland nach wie vor so, dass ein Mensch, der nicht einem bestimmten, weißen Ideal entspricht in der Regel als nicht Deutsch eingestuft wird. Wäre es nicht schön, wenn wir eines Tages nicht mehr von DEN Türken, DEN Russen, DEN Arabern, etc., sondern einfach nur von UNS sprechen könnten?

Wenn die Wahrheit zum zweifelhaften Gut wird

Was manche Menschen Deutschen wie mir, die sich für Flüchtlinge engagieren, vielleicht manchmal vorwerfen ist die undifferenzierte Befürwortung von allem, was gerade von Außen nach Deutschland dringt. Zum einen verfehlt diese Behauptung den Kern der ehrenamtlichen und idealistischen Hilfe, in dem es darum geht, Menschen zu helfen, die Hilfe bedürfen – Deutschen also genauso wie Ausländern. Zum anderen bin ich natürlich der Meinung, dass wir bestimmte Anforderungen an Zugereiste stellen und diese auch durchsetzen müssen. Die Vertuschung der Straftaten von Ausländern in der Öffentlichkeit ist destruktiv, da sie die Glaubwürdigkeit des Senders der Information untergräbt. Stattdessen brauchen wir einen offenen und ehrlichen Umgang damit, zudem auch das Relativieren gehört. Nur wenn wir etwas in Relationen betrachten, können wir objektive und nicht emotionale Entscheidungen treffen.

Wenn wir also von sexuellen Übergriffen durch Ausländer sprechen, dann müssen wir das Gleiche auch bei den entsprechenden Straftaten tun, die durch Deutsche verübt werden. Gerade das Thema sexuelle Gewalt und Unterdrückung wird hierzulande aber schon seit jeher totgeschwiegen und meiner Meinung nach stark unterschätzt. Wenn Ausländer systematisch stehlen, dann muss man das thematisieren und ahnden, darf dann andererseits die Steuerhinterziehung von Deutschen und Großkonzernen, die dem Staat in ungleich größerem Maße schadet, nicht unter den Tisch kehren oder zum Kavaliersdelikt verharmlosen. Wenn eine Täterbeschreibung die Hautfarbe oder vermeintliche Herkunft eines Menschen erwähnt, dann muss dies immer geschehen und nicht nur dann, wenn es Personen betrifft, die nicht typisch deutsch aussehen. Wenn ein Ausländer sich weigert, die deutsche Sprache zu erlernen, dann muss es Sanktionsmechanismen geben, aber man kann niemandem fehlende Bereitschaft vorwerfen, wenn es gar nicht genügend bezahlbare Deutschkurse gibt. Wenn es in Sammelunterkünften zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Asylbewerbern kommt, dann muss man auch darüber berichten, dabei aber auch ab und zu die unglaublich schweren psychologischen Belastungen thematisieren, die mit dem Asylverfahren einhergehen und die uns allen schwer zu schaffen machen würden.

Natürlich brauchen wir einen offenen Diskurs und nicht jeder, der gegen den aktuellen Kurs der deutschen Regierung ist, ist ein Nazi. Wer aber verallgemeinert und Schlüsse auf Grund von Herkunft und Aussehen zieht, der ist ein Rassist – und wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir diese nicht auch als solche bloßstellen. Besonders unaufrichtig ist es, wenn jemand lügt, nur um gegen eine bestimmte Gruppe hetzen zu können. Gerade im Bezug auf Flüchtlinge sind viele Halbwahrheiten oder eben Lügen im Umlauf. In solchen Situationen erweisen sich die allgegenwärtigen sozialen Netzwerke online als Fluch, denn wer macht sich noch die Mühe, Behauptungen zu überprüfen? Gerade das ist aber wichtig, um objektiv urteilen zu können, weshalb diese Karte dabei helfen kann, wahre von erfundenen Meldungen über Straftaten von Flüchtlingen zu unterscheiden:

http://www.sueddeutsche.de/digital/falschmeldungen-im-internet-diese-karte-entlarvt-geruechte-ueber-fluechtlinge-1.2856642

Außerdem gibt es hier noch einen meiner Meinung nach hervorragend differenzierten Artikel eines Bundesrichters zu den Vorfällen in Köln zu Silvester. Lang aber absolut lesenswert!

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-01/sexmob-koeln-kriminalitaet-strafrecht-fischer-im-recht/komplettansicht

 

Die Freien Turner und die Entstehung des Fußballs

Zwar hat das Ganze wenig mit unserem Integrationsprojekt zu tun, aber wenn die Freien Turner Würzburg schon mal im Fernsehen sind, dann ist das auch hier eine Meldung wert. Am Sonntag, dem 24. Januar ab 19:30 Uhr sind ausgewählte Spieler unseres Vereins bei Terra X auf ZDF zu sehen, die im vergangenen Sommer für Dreharbeiten zur Verfügung standen. Das Thema ist: Die Freizeitbeschäftigung von Mönchen um das Jahr 1500 oder anders gesagt: Die Geburtsstunde des Fußballs. Als Vorgeschmack dient dieses Bild, auch wenn man sich den kleinen Kilian wegdenken muss:

Werde Bufdi bei den Freien Turnern Würzburg!

Die Freie Turnerschaft Würzburg e.V. von 1899 ist nun offiziell als Einsatzstelle für den Bundesfreiwilligendienst registriert. Damit kann die Suche nach einem geeigneten Bufdi beginnen. Voraussetzungen: volljährig, Führerschein, sehr gute Deutschkenntnisse, belastbar, flexibel, zuverlässig. Neben sportlichen bzw. Instandhaltungsaufgaben auf unserem Gelände stehen bei uns natürlich auch integrative Aufgaben bei der Arbeit mit Ausländern an. Der/die Bufdi würde allen Abteilungen des Vereins zur Verfügung stehen. Als Taschengeld gibt es 300 Euro pro Monat. Man macht es also nicht wegen des Geldes, es handelt sich um eine Art freiwilliges soziales Jahr, weshalb in erster Linie – aber natürlich nicht ausschließlich – Schulabgänger in Frage kommen. Die Anstellungsdauer beträgt 12 bis 18 Monate. Das Arbeitsvolumen beträgt 38,5 Stunden pro Woche. Für genauere Informationen kann man sich gerne an uns wenden. Kontakte von Interessenten sind jederzeit willkommen an freie-turner@gmx.de.

Neuer Tanzkurs ab Samstag

Nachdem sich der erste Tanzkurs bei Lusine großer Beliebtheit erfreut, wird es ab diesem Samstag, dem 23. Januar 2016 ab 18 Uhr regelmäßig einen zweiten Tanzkurs geben. Leiterin ist dabei die mittlerweile anerkannte Iranerin Sara, die durch ihre persischen und arabischen Tänze noch mehr Vielfältigkeit in unser Angebot bringt. Einen Vorgeschmack auf den Tanzstil bietet das Video unten (das nicht Sara zeigt).

Auch bei diesem Tanzkurs gilt: nur für Frauen. Wer bereits Mitglied des Vereins ist, muss nicht noch einmal den Jahresbeitrag entrichten. Wir freuen uns über ausländische und deutsche Interessierte!

Veranstaltungstermine

Mittlerweile gibt es sehr viele Initiativen und Gruppen, die sich mit dem Thema Flüchtlinge beschäftigen. Wer sich näher mit der Thematik auseinandersetzen möchte, findet hier ein paar Vorschläge für Veranstaltungen in Würzburg in dieser Woche:

FRAUEN AUF DER FLUCHT
Vortrag mit Behshid Najafi von agisra e.V. Köln
Termin: Mittwoch 09. Dezember 2015, 20.00 Uhr (ab 19 Uhr Abendessen mit Bezahlung auf Spendenbasis)
Ort: KHG (Katholische Hoschschulgemeinde) Würzburg, Hofstallstr. 4, 97070 Würzburg
Veranstaltet vom Asyl-AK Frauenfrühstück

 

Autonomie der Migration
Vortrag und Diskussion mit Manuel Liebig

Termin: Donnerstag 10. Dezember 2015, 20.00 h, Vortrags- und Gesprächsabend
Ort: KHG (Katholische Hoschschulgemeinde) Würzburg, Hofstallstr. 4, 97070 Würzburg
Veranstaltet vom Asyl-AK „Mehr als 16a“
Der lange Sommer der Migration hat das europäische Grenzregime ins Wanken gebracht. Die unaufhaltsamen Bewegungen der Migration haben sich ihr Recht auf Bewegungsfreiheit einfach genommen – und verdeutlicht, dass die sogenannte „Festung Europa“ kein starres System hegemonialer Übermacht darstellt. Man kann zwar der Migration mit repressiven Mitteln begegnen, aber man kann nicht die Flüsse der Migration nach Programmierung und Dafürhalten öffnen und sperren. Der Vortrag will aus einer Perspektive der Kritischen Migrations- und Grenzregimeforschung eine neue Sicht auf die Geschehnisse an den Außengrenzen als auch im innereuropäischen
Territorium aufzeigen. Im Rückgriff auf praktische Forschungserfahrungen soll so eine theoretische Konzeption dargelegt werden, die die widerständigen Momente der „Autonomie der Migration“ in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung rückt und von der aus gesellschaftliche Aushandlungsprozesse neu gedacht werden können.
Manuel Liebig arbeitet am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin. Er ist Teil von „kritnet“, dem Netzwerk für Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung und im Bereich der Kritischen Europäisierungsforschung aktiv.
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Heimatlos
Das neue Stück der Asyl-Theatergruppe „Die Überlebenden“ der KHG Würzburg
Termin: Freitag 11. und Samstag 12. Dezember 2015 jeweils 20.00 h
Ort: KHG (Katholische Hoschschulgemeinde) Würzburg, Hofstallstr. 4, 97070 Würzburg

Viele Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, lassen einen Teil ihres Herzens zurück. Die Familie, Freunde, Hab und Gut und viele andere Dinge, an denen das Herz hängt bleiben dort für immer.

Heimatlos ist ein Stück von Geflüchteten über ihre Flucht, die Ankunft in Deutschland, das Leben in der Gemeinschaftsunterkunft, die Schwierigkeiten mit den Behörden und über ihre permanente Angst, wieder abgeschoben zu werden. Zusammen mit Musikern haben die Schauspieler und Schauspielerinnen das Stück „Heimatlos“ entwickelt, das auf der Bühne der KHG am 11. Und 12. Dezember 2015 um 20.00 Uhr zu sehen sein wird.

Die Theatergruppe „Die Überlebenden“ trifft sich einmal in der Woche. Studierende und Flüchtlinge üben verschiedenste Theatertechniken ein und entwickeln im Laufe der Zeit einzelne Szenen, die dann zu einem Stück zusammengestellt werden. Hier gelingt es, Barrieren abzubauen, neue Kontakte zu knüpfen und mit viel Freude, in verschiedensten Sprachen, Theaterkunst zu produzieren.

Bei Facebook abstimmen und unser Projekt unterstützen!

Helfen – das gebe ich gerne zu – tut möglicherweise kein Mensch als Selbstzweck. Würden keine positiven Rückmeldungen kommen, würde die eigene Motivation mit Sicherheit leiden. Doch gerade weil uns viele Stimmen von Flüchtlingen oder Menschen, die mit ihnen zu tun haben, erreichen, die dankbar für das Angebot sind oder uns einfach nur loben, macht es Spaß, Gutes zu tun. Gerade in der neuen Tanzabteilung finden sich viele Frauen, die einfach nur froh sind, zumindest eine Stunde lang unbeschwert Spaß miteinander haben zu können. Einen ausführlichen Artikel darüber gab es auch schon in der Main-Post:

Tanzkurs FT Würzburg

Damit wir unser Projekt langfristig aufrecht erhalten können, werden wir immer wieder auf Spenden und Fördergelder angewiesen sein. Dafür bietet sich auch die alljährliche Aktion „Gut für Würzburg“ auf Facebook an. 50 Personen oder Vereine stellen ihr Konzept vor, wie sie in Würzburg etwas Gutes erreichen möchten. Die fünf Projekte mit den meisten „likes“ gewinnen dann jeweils 1.000 Euro. Falls ihr also unser Projekt – beispielhaft durch die Tanzabteilung dargestellt – unterstützen möchtet, dann klickt bitte auf den Link und anschließend auf „like“ und optional auf „share“ (wenn ihr denn bei Facebook seid). Also, „liken“ und weitersagen! Vielen Dank!

https://www.facebook.com/wuerzburg.erleben/photos/a.10153349295725829.1073742046.87579105828/10153349297795829/?type=3&theater

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