Bilder vom Freundschaftsspiel mit Kolping

Ein paar Zeilen zum Freundschaftsspiel zwischen Sprach- und Berufsschülern der Kolpingwerke folgt in Kürze. Hier schon einmal die Bilder für die beteiligten Jungs:

Fußball-Freundschaftsspiel mit Kolping

von Carsten Pauly

Unbenannt

Am Mittwoch, dem 29. Juli um 19 Uhr wird ein ganz besonderes Fußballspiel stattfinden, bei dem eher der integrative Aspekt, das Kennenlernen und das Miteinander im Mittelpunkt stehen.

Ziel ist, dass die jugendlichen Bewohner des Kolpinghauses im Rahmen dieses sportlichen Events Kontakt mit gleichaltrigen Flüchtlingen bekommen und so auch deren Lebenssituation näher kennen lernen können. Wir machen uns stark für Werte wie Toleranz und Verständigung und unterstützen junge Menschen, gleich welcher Nationalität und Herkunft auf dem Weg zum Erwachsenwerden.

Die Mannschaft „Kolping-Allstars“ wird gegen eine Fußballmannschaft der Gemeinschaftsunterkunft aus der Veitshöchheimer Straße auflaufen. Die „ Allstars“ bestehen aus jugendlichen Bewohnern des Kolpinghauses und aus Mitgliedern der Kolpingjugend. Verstärkung erfährt diese junge Mannschaft durch einige „alte Hasen“ der Katholischen Gesellenhausstiftung.

Das Team aus der Gemeinschaftsunterkunft sind jugendliche Flüchtlinge, die von Stephan Rinke, dem Gründer von “Sport ohne Grenzen”, betreut werden und die alle die Sprachkurse bei Kolping besuchen. Der Reinerlös aus dem Getränke- und Essensverkauf geht an dieses Projekt, das sportinteressierten Menschen aus der Gemeinschaftsunterkunft die Teilnahme und Teilhabe am Sportgeschehen in Würzburg ermöglicht.

Das Spiel findet statt auf dem Sportgelände der Freien Turnerschaft Würzburg in der Mergentheimer Straße 13 c. Ein kleines Rahmenprogramm mit Essen und Trinken und einigen weiteren Überraschungen ist geplant. Presse und Lokalfernsehen sind eingeladen.

Unterstützung erfährt diese Veranstaltung durch die WVV und der Fa. MR Datentechnik, die jeweils einen professionellen Trikotsatz zur Verfügung stellen.

Der Abend verspricht spannend zu werden, Sie sind herzlich eingeladen, gerne auch mit weiteren Teilnehmern aus Projekten oder Maßnahmen.

„Sport ohne Grenzen“ wird erneut gefördert

Vor knapp eineinhalb Jahren war es die großzügige Förderung des sogenannten Lokalen Aktionsplans Würzburg, die es uns ermöglichte, unser ambitioniertes Integrationsprojekt „Sport ohne Grenzen“ ins Leben zu rufen. Es folgten weitere Auszeichnungen und spenden, sodass die Finanzierung des kostenintensiven Projekts bisher auf soliden Füßen stand. Umso schöner ist es, dass wir erneut den Zuschlag für eine Förderung durch öffentliche Mittel bekommen haben. Wir bedanken uns bei „Demokratie leben“, dem Nachfolgeprojekt des Lokalen Aktionsplans Würzburg, für die tatkräftige Unterstützung!

 

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Hat ein Asylbewerber eine Steuernummer?

von Steffen Jakel

Klar, so eine Selbstständigkeit wirft eine Menge Fragen auf. Mit vielen hatten wir gerechnet – mit anderem eher nicht. Wie zum Beispiel: Darf ein Asylbewerber eigentlich arbeiten? Besitzt er eine Steuer-ID-Nummer? Und wie bucht man ein namensgebundenes Busticket für jemanden, der bisher nur einen Pass mit arabischen Schriftzeichen besitzt?

Seit Salam Teil unseres Teams wurde, wächst diese Liste fast täglich. Dabei ist „Team“ für uns nicht nur ein leeres Wort. In unserem eigenen Laden steckt viel zu viel Herzblut, um hier einfach nur Arbeit gegen Geld zu tauschen.

Als Stephan, den wir beide gut aus dem Vereinsleben bei den Freien Turnern kennen, uns seinerzeit eine potentielle Verstärkung beschrieb, war „Asylbewerber“ für uns das unwichtigste Wort dieser Beschreibung. „Zuverlässig“, „küchenaffin“ und vor allem „ein super Kerl“, das war es, was für uns zählte – und Salam ist dem vom ersten Tag an bei uns gerecht geworden.

Nun ist unser irakischer Bro seit fast einem halben Jahr bei uns und es ist längst Alltag geworden, vor dem  Zwiebeln schneiden noch schnell ein Busticket zu buchen, einen Arzttermin zu vereinbaren oder beim Finanzamt nachzufragen, wie das denn jetzt mit dieser Steuernummer aussieht. Das klappt meist problemlos, auch weil die Mitarbeiter auf Ämtern und in Behörden häufig freundlicher und hilfsbereiter sind, als es ihr Ruf erahnen ließe.

2015-05-16 Veganmania (3)

Und doch –  Du kannst es nicht ausblenden. Plötzlich ist es da, dieses vermeintlich so unwichtige Wort, dieser Stempel, den ein Mensch aufgedrückt bekommt: „Asylbewerber“.

Im schlechten, traurig-machenden Sinne etwa: Wenn dieser Mensch seit mehr als vier Jahren auf die Entscheidung wartet, ob er bleiben darf oder ob er gehen muss. Oder wenn während der Arbeit das Handy klingelt, weil sich eine aufgeregte Mutter Sorgen macht – eine Mutter, die er seit eben diesen vier Jahren nicht mehr gesehen hat.

Aber auch im schönen, im positiven Sinne, wenn dieser Mensch, der eine 5.000 km lange Flucht hinter sich hat, dich zum Lachen bringt und Alltagsprobleme wie den umgekippten Saucentopf ganz klein erscheinen lässt. Wenn Du mit Ihm morgens am Herd über Fußball fachsimpelst oder er dir erzählt, dass er sich gerne einen Mix aus Bundesadler und irakischer Flagge tätowieren lassen möchte.

Wir haben uns entschieden: „Asylbewerber“, dieses Wort, dieser Stempel ist für uns ohne Bedeutung. Unser Bro Salam ist Teil unseres Teams – und er bleibt es. Und eine Steuernummer hat er übrigens auch 😉