Mitmachen bei Sport ohne Grenzen

Seit der Gründung unseres Integrationsprojekts im Jahre 2014 war es schon immer unser Ziel gewesen, den Kontakt mit Einheimischen und Ausländern gezielt herzustellen. Daher stehen nach wie vor alle unsere Sportangebote jedem Menschen offen.

Doch neben der Teilnahme am Sportangebot können wir hin und wieder auch zusätzliche ehrenamtliche Hilfe gebrauchen. So wäre es schön, wenn wir Helfer finden könnten, die sich ab und zu während des Fitnesskurses (freitags, 17:30 – 19 Uhr) um eventuell anwesende Kinder der teilnehmenden Frauen kümmern könnten. Außerdem wäre es auch denkbar, ab und zu das Programm des Fitnesskurses zu übernehmen, um unsere Leiterin Ayla zu entlasten und um für Abwechslung zu sorgen.

Desweiteren wäre es schön, wenn wir Freiwillige für den Fahrradkurs für Frauen fänden. Da Erwachsene, die noch kein Fahrrad fahren können, eine 1:1-Betreuung brauchen, kann der Kurs mit Ayla im Moment nur mit einer Teilnehmerin stattfinden.

Falls ihr Interesse daran habt, ein Teil unseres Integrationsprojekts zu werden, meldet euch einfach unter freie-turner@gmx.de. Das Engagement wird nicht vergütet, kann ab einer bestimmten Dauer aber bescheinigt werden. Wir freuen uns darauf, von euch zu hören!

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Vorstellung unserer neuen Freiwilligen

Das ist sie, unsere aktuelle Freiwillige. Eine kurze Selbstdarstellung:

 

Hallo Würzburg, hallo Sportfans, hallo Freie Turnerschaft,

ich habe mich nach 12 Jahren Schule für ein Bundesfreiwilligendienst entschieden, weil ich eine Pause brauchte. Eine Pause von Prüfungen und Theorie. Ich wollte in die Praxis, Sport und Engagement verbinden und was passt da besser als ein Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug in einem Sportverein?
Nach einem Monat Arbeit kann ich nun sagen, ich bereue es keine Sekunde diese Stelle und das Projekt gewählt zu haben. Ich bin gezwungen sehr viel Verantwortung zu übernehmen, mich selber um meine Arbeit zu kümmern, selber Projekte ins Rollen zu bringen und das alles mit Hilfe meines Anleiters Stephan Rinke-Mokay und seiner Frau Shiloe. Ich kann mich keineswegs beschweren. Meine Arbeit wird sehr gewürdigt, ich darf selber entscheiden, welche Arbeiten ich ausführe und oftmals auch wann, ich wachse stets an meinen Aufgaben und tue gleichzeitig auch etwas Gutes. Die nächsten Monate werden hoffentlich noch viele Projekte und Aufgaben für mich bereit halten, die den Verein und Menschen helfen.

Falls Sie Fragen oder auch Projektideen haben, melden sie sich und ich schreibe gerne zurück.

Viele liebe grüße
Ayla Fikir

 

Aktueller Stand bei Sport ohne Grenzen

Auch wenn die Pflege des Blogs in diesem Jahr etwas gelitten hat, ist Sport ohne Grenzen nach wie vor ein fester Bestandteil unseres Vereins. Daher zusammenfassend ein paar Informationen zum Jahresende.

Als erstes danken wir natürlich erneut unseren Unterstützern und Förderern, ohne die unser Angebot so nicht möglich wäre. Dazu gehören in diesem Jahr vor allem der Bezirksjugendring (2.000 Euro), Demokratie Leben (1.000 Euro) und Standpunkt e.V. (zahlreiche Sachspenden). Neu hinzugekommen ist in der jüngeren Vergangenheit die Malteser Flüchtlingshilfe der Diözese Würzburg, die uns bei den Fahrkarten für den Nahverkehr und bei Mitgliedsbeiträgen (bei Teilnehmerinnen aus den eigenen Reihen) unterstützen. Vielen Dank an alle Förderer, die unser Integrationsprojekt so tatkräftig unterstützen!

Bezirksjugendring Unterfranken

Standpunkt e.V.

Malteser ... weil Nähe zählt.

 

Desweiteren hat sich bei uns eine wichtige Personalie geändert. Christoph, der erste Bundesfreiwillige (Bufdi) unserer Vereinsgeschichte, hat uns Ende August planmäßig verlassen. Es war für beide Seiten eine lehrreiche Erfahrung. Wir danken Christoph für sein Engagement und wünschen ihm auf seinem weiteren Weg alles Gute!

Seit September ist nun Ayla unser Bufdi. Der Vorteil: Als Frau konnten wir mit ihr den Fitnesskurs für Frauen wiederbeleben. Außerdem sammelt sie auch außerhalb des Vereins durch Kontakte mit anderen ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern wichtige Erfahrungen. Wir freuen uns auf eine angenehme Zusammenarbeit bis zum kommenden September!

Alles Gute, Madiama!

Nun ist es soweit: Unser lieber Freund Madiama Diop, der unserem Integrationsprojekt einst ein Gesicht gab, hat dem psychologischen Druck, der auf abgelehnte Flüchtlinge ausgeübt wird, nachgegeben und das Land freiwillig verlassen. Ein großer Dank geht an die Football-Abteilung, die ihn jederzeit tatkräftig unterstützt hat und nun daran arbeitet, Madiama im Senegal bzw. in Gambia mit einer finanziellen Hilfe den Start in sein neues Leben zu erleichtern. Es bleibt die Hoffnung, dass er irgendwann ein Arbeitsvisum gewährt bekommt und legal zurück kommen darf. Sicher ist, dass er mit seiner liebenswürdigen und hilfsbereiten Art viele Freunde gewonnen hat, die sich freuen würden, wenn er zurückkommen dürfte.

Alles Gute, Madiama!

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So geht es weiter bei Sport ohne Grenzen

Um geflüchteten Frauen, die oft vor noch größeren Herausforderungen und Einschränkungen stehen als geflüchtete Männer, mehr Möglichkeiten zu geben, einen Zugang zu unserem Verein und zur deutschen Gesellschaft zu finden, haben wir in letzter Zeit verstärkt an der Etablierung von Angeboten speziell für Frauen gearbeitet.

Am 26. April 2017 beginnt erstmals unser Fahrradkurs für Frauen. An acht Terminen (jeweils mittwochs um 16:30 Uhr) haben vier Frauen dann die Möglichkeit, unter Aufsicht von zwei ehrenamtlichen Betreuerinnen mit geliehenen Fahrrädern das Fahrradfahren zu erlernen und so ein kleines Stück Unabhängigkeit zu gewinnen. Bei Bedarf möchten wir durch unseren Bufdi Christoph auch die Möglichkeit der Kinderbetreuung für die Teilnehmerinnen anbieten. Gerne können sich Interessentinnen für den Kurs ab sofort bei uns anmelden. Außerdem wären wir für das Spenden von bzw. für das ausleihen funktionaler Damenräder dankbar.

Bereits seit November 2016 findet freitags um 18 Uhr in unserer Turnhalle ein Fitnesskurs für Frauen statt. Willkommen sind dabei alle Frauen. Schwerpunkt sind Übungen ohne Materialaufwand, die abwechselnd und gleichmäßig alle Körperbereiche trainieren. Unser Bufdi Christoph steht dabei für eine eventuelle Kinderbetreuung zur Verfügung. Falls jemand daran interessiert ist, diesen Kurs einmal pro Monat zu leiten, kann sie sich gerne bei uns melden.

Auch weiterhin stehen unsere Abteilungen allen Interessierten – sowohl Flüchtlingen als auch allen anderen Menschen – offen. Dabei gehört aktuell zu unserem Angebot:

Fußball: Männer

Lacrosse: Männer und Frauen

American Football: Männer und Jungs

Tischtennis: Männer und Frauen

Taekwondo: Männer, Frauen, Kinder

Fitness: Frauen

Fahrradkurs: Frauen

 

Vielen Dank für neue Fördermittel!

Seit mittlerweile zweieinhalb Jahren gibt es unser Integrationsprojekt „Sport ohne Grenzen“ nun schon. Viele neue Menschen sind seitdem mit unserem Verein und unseren Mitgliedern in Kontakt gekommen. Viele von ihnen sind aus verschiedenen Gründen nicht mehr bei uns, aber neue Mitglieder und Interessenten gibt es immer mal wieder. Umso schöner ist es, dass sich immer wieder neue Fördermittel finden, dank derer wir unser Projekt fortführen können. Ein großer Dank geht daher an den Bezirksjugendring Unterfranken, dem Bayerischen Jugendring und seinem Projekt „Flüchtlinge werden Freunde„, durch den wir mit 2.400 Euro unterstützt werden.

Ein Dank geht auch an Kolping Mainfranken und die Jugendhilfe Creglingen. Nach den Benefizspielen auf unserem Platz im Sommer mit Flüchtlingen und Deutschen aus Einrichtungen von Kolping und der Jugendhilfe Creglingen  wurden 150 Euro für unser Integrationsprojekt gespendet.

Neuer Fitnesskurs für Frauen

Ab dem 25. November 2016 wird jeweils freitags ab 18 Uhr ein Fitnesskurs für Frauen neu zu unserem Sportangebot gehören. Auch hier wenden wir uns wieder gezielt an Ausländerinnen, aber da der Kontakt zur deutschen Gesellschaft einen zentralen Punkt unseres Integrationsprojekts darstellt, würden wir uns genauso über eine rege Teilnahme von deutschen Teilnehmerinnen freuen. Außerdem möchten wir erstmals nach Absprache bzw. Anmeldung die Möglichkeit der Kinderbetreuung anbieten für Frauen, die gerne kommen möchten, aber nicht wüssten, wie sie ansonsten ihr Kind versorgen könnten. Neben unserem Bufdi Christoph wäre es daher auch erfreulich, wenn wir noch eine weitere Person finden könnten, die sich an der Kinderbetreuung beteiligen möchte.

Vom Programm her geht es um Fitnessübungen, für die man größtenteils keine Hilfsmittel braucht und die man dementsprechend leicht zu Hause nachmachen bzw. trainieren könnte. Es geht also zum Teil um die im Neudeutsch als Freeletics und Zirkeltraining bekannten Formate. Die Intensität kann natürlich jede Teilnehmerin selbst bestimmen. Dennoch sei darauf hingewiesen, dass ein durchaus ambitioniertes sportliches Programm geplant ist für Personen, die bei regelmäßiger Teilnahme sichtbare Fortschritte erzielen möchten.

Um eine gewisse Abwechslung zu gewährleisten ist geplant, ab und zu verschiedene Übungsleiter miteinzubauen. Außerdem wird es verschiedene Blöcke über mehrere Wochen mit definierten Zielen geben. Beim anschließenden Block wird das Programm bzw. der Schwerpunkt dann ein anderer sein.

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Die Wertschätzung ehrenamtlicher Arbeit

München: Der Bayerische Fußballverband (BFV) hat zur Ehrung ehrenamtlicher Helfer geladen, die sich für die Integration von Flüchtlingen in ihrem Sportverein einsetzen. Als Veranstaltungsort dient ein edles Varieté-Theater, aufgetischt wird auch ordentlich. Zwischendurch klopfen sich Vertreter des BFV auf der Bühne gegenseitig für ihre tolle Arbeit auf die Schulter. Für die geladenen ehrenamtlichen Helfer gibt es einen lauwarmen Händedruck.

Ein edles Casino im Süden Bayerns: Zur Überreichung von Fördermitteln werden ehrenamtliche Helfer vom Bayerischen Landessportverband und von Lotto Bayern eingeladen. Mit dabei: Ein Flüchtling unseres Vereins, dem gönnerisch ein 50-Euro-Schein zugesteckt wird, damit er sich im Casino austoben kann. Serviert werden – überspitzt gesagt – gefüllte Giraffenhälse. Im Nobelhotel wartet anschließend die Sauna.

Deutscher Bundestag, 29. Januar 2016: Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hat ehrenamtliche Helfer zum gegenseitigen Austausch zu einer Tagung nach Berlin eingeladen. Profitieren möchte die Partei von funktionierenden Ideen der Basis bei der Integration von Flüchtlingen. Die Aufrichtigkeit dieser Intention scheint allerdings zweifelhaft, wenn die anwesenden Politiker entweder nur für das Pressefoto erscheinen oder auf ihrem Smartphone rumtippen, sobald jemand anderes als sie selbst sprechen. Medienwirksam überreicht wurden die von den Teilnehmern formulierten Verbesserungsvorschläge aber natürlich trotzdem.

Gut, so schlecht war die Aktion der Grünen mit Sicherheit nicht, da man als ehrenamtlicher Helfer zumindest einmal die Chance hatte, im Bundestag zu Wort zu kommen. Viel eklatanter sind die beiden anderen genannten Beispiele: Ehrenamtliche Helfer stehen nur im Rampenlicht, wenn sich die Veranstalter selbst in Szene setzen können. Erleichterungen der Arbeit im Alltag sind damit oft nicht verbunden – und wären dennoch so wichtig.

Man ist dabei, einen jungen Flüchtling in seinen Verein zu integrieren aber weiß nicht, wie lange er überhaupt noch in der Nähe wohnen wird, ob er eine Ausbildung beginnen oder einen Sprachkurs besuchen darf, wie lange sein Asylverfahren noch dauern und wie es ausgehen wird. So mag es nicht sofort einleuchten, warum die Süddeutsche Zeitung ein paar ehrenamtlichen Helfern einen großen Artikel widmet, in dem es lediglich darum geht, dass eben jene Helfer einer Ehrung im bayerischen Landtag fernbleiben wollen. Doch wenn man sich mit der Thematik beschäftigt weiß man, wie unaufrichtig solche Schulterklopfer manchmal erscheinen, wenn die gleichen Institutionen Wasser auf die erbaute Sandburg gießen, deren Erbauung sie loben.

2016 kamen weit weniger Flüchtlinge nach Deutschland als im Jahr zuvor. Obwohl uns Studien, Experten, ja der gesunde Menschenverstand sagen, dass die Integration all dieser Menschen viele Jahre und große Mühen beanspruchen wird, wird an bestimmten Stellen, die daran beteiligt sind, schon wieder gespart. Gerade in der so wichtigen sprachlichen und beruflichen Ausbildung hakt es, wie dieser Artikel beschreibt.

Hinzu kommen immer weitere Verschärfungen des Asylrechts, die die Chancen auf Ausbildung, Arbeit und psychologische Behandlung immer weiter erschweren und so auch bei den Helfern die offensichtliche Frage aufwerfen, inwiefern Integration überhaupt gewollt ist.

Es braucht also weniger Schulterklopfer, weniger Selbstbeweihräucherung, sondern mehr Planungssicherheit. Schnelle, faire Asylverfahren sowie faire Zugänge zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt helfen nicht nur den Flüchtlingen, sondern auch den vielen ehrenamtlichen Helfern, ohne die das Versagen der Regierung bei der Versorgung der Flüchtlinge in einer Katastrophe hätte enden können.

Ausgetanzt

Zwar kann man hier noch einen schönen Beitrag über unsere Tanzabteilung sehen (ab 11:18 Min.), leider wird es diese ab dem 18. November 2016 aber nicht mehr geben. Verschiedenen Gründe zwangen uns dazu bzw. ließen es uns als nicht zielführend erscheinen, die Kurse weiterzuführen. Dass wir später einen neuen Anlauf nehmen werden, schließen wir aber nicht aus. Verzagen werden wir deshalb aber nicht und stattdessen ein paar andere Angebote ausprobieren.

Mit Musik und Tanz in eine bessere Zukunft

https://www.sat1bayern.de/news/20160924/mit-musik-und-tanz-in-eine-bessere-zukunft/