Vielen Dank für neue Fördermittel!

Seit mittlerweile zweieinhalb Jahren gibt es unser Integrationsprojekt „Sport ohne Grenzen“ nun schon. Viele neue Menschen sind seitdem mit unserem Verein und unseren Mitgliedern in Kontakt gekommen. Viele von ihnen sind aus verschiedenen Gründen nicht mehr bei uns, aber neue Mitglieder und Interessenten gibt es immer mal wieder. Umso schöner ist es, dass sich immer wieder neue Fördermittel finden, dank derer wir unser Projekt fortführen können. Ein großer Dank geht daher an den Bayerischen Jugendring und sein Projekt „Flüchtlinge werden Freunde„, durch den wir mit 2.400 Euro unterstützt werden.

Ein Dank geht auch an Kolping Mainfranken. Nach dem Benefizspielen auf unserem Platz im Sommer mit Flüchtlingen und Deutschen aus Einrichtungen von Kolping  wurden 150 Euro für unser Integrationsprojekt gespendet.

Neuer Fitnesskurs für Frauen

Ab dem 25. November 2016 wird jeweils freitags ab 18 Uhr ein Fitnesskurs für Frauen neu zu unserem Sportangebot gehören. Auch hier wenden wir uns wieder gezielt an Ausländerinnen, aber da der Kontakt zur deutschen Gesellschaft einen zentralen Punkt unseres Integrationsprojekts darstellt, würden wir uns genauso über eine rege Teilnahme von deutschen Teilnehmerinnen freuen. Außerdem möchten wir erstmals nach Absprache bzw. Anmeldung die Möglichkeit der Kinderbetreuung anbieten für Frauen, die gerne kommen möchten, aber nicht wüssten, wie sie ansonsten ihr Kind versorgen könnten. Neben unserem Bufdi Christoph wäre es daher auch erfreulich, wenn wir noch eine weitere Person finden könnten, die sich an der Kinderbetreuung beteiligen möchte.

Vom Programm her geht es um Fitnessübungen, für die man größtenteils keine Hilfsmittel braucht und die man dementsprechend leicht zu Hause nachmachen bzw. trainieren könnte. Es geht also zum Teil um die im Neudeutsch als Freeletics und Zirkeltraining bekannten Formate. Die Intensität kann natürlich jede Teilnehmerin selbst bestimmen. Dennoch sei darauf hingewiesen, dass ein durchaus ambitioniertes sportliches Programm geplant ist für Personen, die bei regelmäßiger Teilnahme sichtbare Fortschritte erzielen möchten.

Um eine gewisse Abwechslung zu gewährleisten ist geplant, ab und zu verschiedene Übungsleiter miteinzubauen. Außerdem wird es verschiedene Blöcke über mehrere Wochen mit definierten Zielen geben. Beim anschließenden Block wird das Programm bzw. der Schwerpunkt dann ein anderer sein.

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Die Wertschätzung ehrenamtlicher Arbeit

München: Der Bayerische Fußballverband (BFV) hat zur Ehrung ehrenamtlicher Helfer geladen, die sich für die Integration von Flüchtlingen in ihrem Sportverein einsetzen. Als Veranstaltungsort dient ein edles Varieté-Theater, aufgetischt wird auch ordentlich. Zwischendurch klopfen sich Vertreter des BFV auf der Bühne gegenseitig für ihre tolle Arbeit auf die Schulter. Für die geladenen ehrenamtlichen Helfer gibt es einen lauwarmen Händedruck.

Ein edles Casino im Süden Bayerns: Zur Überreichung von Fördermitteln werden ehrenamtliche Helfer vom Bayerischen Landessportverband und von Lotto Bayern eingeladen. Mit dabei: Ein Flüchtling unseres Vereins, dem gönnerisch ein 50-Euro-Schein zugesteckt wird, damit er sich im Casino austoben kann. Serviert werden – überspitzt gesagt – gefüllte Giraffenhälse. Im Nobelhotel wartet anschließend die Sauna.

Deutscher Bundestag, 29. Januar 2016: Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hat ehrenamtliche Helfer zum gegenseitigen Austausch zu einer Tagung nach Berlin eingeladen. Profitieren möchte die Partei von funktionierenden Ideen der Basis bei der Integration von Flüchtlingen. Die Aufrichtigkeit dieser Intention scheint allerdings zweifelhaft, wenn die anwesenden Politiker entweder nur für das Pressefoto erscheinen oder auf ihrem Smartphone rumtippen, sobald jemand anderes als sie selbst sprechen. Medienwirksam überreicht wurden die von den Teilnehmern formulierten Verbesserungsvorschläge aber natürlich trotzdem.

Gut, so schlecht war die Aktion der Grünen mit Sicherheit nicht, da man als ehrenamtlicher Helfer zumindest einmal die Chance hatte, im Bundestag zu Wort zu kommen. Viel eklatanter sind die beiden anderen genannten Beispiele: Ehrenamtliche Helfer stehen nur im Rampenlicht, wenn sich die Veranstalter selbst in Szene setzen können. Erleichterungen der Arbeit im Alltag sind damit oft nicht verbunden – und wären dennoch so wichtig.

Man ist dabei, einen jungen Flüchtling in seinen Verein zu integrieren aber weiß nicht, wie lange er überhaupt noch in der Nähe wohnen wird, ob er eine Ausbildung beginnen oder einen Sprachkurs besuchen darf, wie lange sein Asylverfahren noch dauern und wie es ausgehen wird. So mag es nicht sofort einleuchten, warum die Süddeutsche Zeitung ein paar ehrenamtlichen Helfern einen großen Artikel widmet, in dem es lediglich darum geht, dass eben jene Helfer einer Ehrung im bayerischen Landtag fernbleiben wollen. Doch wenn man sich mit der Thematik beschäftigt weiß man, wie unaufrichtig solche Schulterklopfer manchmal erscheinen, wenn die gleichen Institutionen Wasser auf die erbaute Sandburg gießen, deren Erbauung sie loben.

2016 kamen weit weniger Flüchtlinge nach Deutschland als im Jahr zuvor. Obwohl uns Studien, Experten, ja der gesunde Menschenverstand sagen, dass die Integration all dieser Menschen viele Jahre und große Mühen beanspruchen wird, wird an bestimmten Stellen, die daran beteiligt sind, schon wieder gespart. Gerade in der so wichtigen sprachlichen und beruflichen Ausbildung hakt es, wie dieser Artikel beschreibt.

Hinzu kommen immer weitere Verschärfungen des Asylrechts, die die Chancen auf Ausbildung, Arbeit und psychologische Behandlung immer weiter erschweren und so auch bei den Helfern die offensichtliche Frage aufwerfen, inwiefern Integration überhaupt gewollt ist.

Es braucht also weniger Schulterklopfer, weniger Selbstbeweihräucherung, sondern mehr Planungssicherheit. Schnelle, faire Asylverfahren sowie faire Zugänge zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt helfen nicht nur den Flüchtlingen, sondern auch den vielen ehrenamtlichen Helfern, ohne die das Versagen der Regierung bei der Versorgung der Flüchtlinge in einer Katastrophe hätte enden können.

Ausgetanzt

Zwar kann man hier noch einen schönen Beitrag über unsere Tanzabteilung sehen (ab 11:18 Min.), leider wird es diese ab dem 18. November 2016 aber nicht mehr geben. Verschiedenen Gründe zwangen uns dazu bzw. ließen es uns als nicht zielführend erscheinen, die Kurse weiterzuführen. Dass wir später einen neuen Anlauf nehmen werden, schließen wir aber nicht aus. Verzagen werden wir deshalb aber nicht und stattdessen ein paar andere Angebote ausprobieren.

Mit Musik und Tanz in eine bessere Zukunft

https://www.sat1bayern.de/news/20160924/mit-musik-und-tanz-in-eine-bessere-zukunft/

 

Infos, Infos, Infos

Nach ein paar Wochen der Untätigkeit komme ich jetzt endlich wieder einmal dazu, unseren Blog zu aktualisieren. Ehrlich gesagt liegt es auch daran, dass der Schock nach der Wahl in den USA uns umso deutlicher machen sollte, dass wir alle in irgendeiner Form aktiv sein müssen, um Nationalisten und Demagogen nicht das Feld zu überlassen. Fangen wir also an mit einer Mischung aus Informationsmöglichkeiten und Mitteilungen für alle Interessierten, die sich angesammelt haben.

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So prangert der unterfränkische Bezirksjugendring in einer Pressemitteilung vom Oktober 2016 beispielsweise an, welche Hindernisse die bayerische Staatsregierung der Integration von jungen Flüchtlingen in den Weg stellt:

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Für alle, die die Vorfälle in Dresden während der Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit schon vergessen haben, sei noch einmal dieser Aufruf einer Kollegin von mir:

https://causa.tagesspiegel.de/besorgte-buerger-sind-militante-egoistennbsp.html

Tag eins nach der Unabhägigkeitsfeier in Dresden. Fassen wir zusammen:

Besucher auf dem Weg zur Kirche werden mit dem entfesselten Hass eines primitiven Mobs konfrontiert. „Ein dunkelhäutiger Mann, der am Gottesdienst teilnehmen will, wird mit Affengeräuschen und „Abschieben“-Rufen empfangen. „Wir sind traurig und beschämt über die Respektlosigkeit und den Hass der Pöbler bei den bisher friedlichen Feierlichkeiten“, wittert die sächsische Staatsregierung“, so die Mainpost von heute.

IST DAS NICHT ZUWENIG? IST DAS NICHT ZU LEISE, ZU ARTIG, ZU VERZAGT, ZU MILDE – VON UNS ALLEN?

Aus dem Blog des „Tagesspiegels“ vor Ort in Dresden [http://www.tagesspiegel.de/politik/blog-zum-tag-der-deutschen-einheit-dresdner-bekommt-endlich-den-hintern-hoch/14633844.html]:

„Festakt zum #TdDE2016 in #Dresden auf dem #Theaterplatz nicht zu hören. Männer mit Wutgesichtern und Ohrstöpseln brüllen „Widerstand“.“

„Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hält die Einheit Deutschlands noch nicht für vollendet. Vielmehr sei sie noch zu gestalten: „Auf die nach wie vor bestehenden ostdeutschen Besonderheiten müssen wir reagieren“, sagte Tillich als amtierender Bundesratspräsident beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in der Semperoper.“

„Die sächsische Staatskanzlei ist „traurig und beschämt“ über den Hass der pöbelnden Menge. “

„Die [pöbelnde rechte] Demonstration auf dem Neumarkt war nicht angemeldet. Sie werde mittlerweile als Versammlung gewertet, teilte die Polizei mit. Eine solche Versammlung ist eigentlich am Tag der deutschen Einheit in der Innenstadt nicht zugelassen. Diese werde aber geduldet, da sie keine Auswirkung auf den Sicherheitsbereich oder das Protokoll habe.“ Die Polizei auf kritische Nachfragen weiter: „Die Personen vor der Frauenkirche haben wir in Abstimmung mit der Stadt als verantwortliche Versammlungsbehörde als Versammlung angesehen. (Ein Versammlungsleiter gab sich nicht zu erkennen.) Von den Personen ging keine Gefahr für Ablauf und Sicherheit der Protokollveranstaltungen aus. Die verbalen Äußerungen bzw. die Trillerpfeifen werten wir als Form der Meinungsäußerung. Vor diesem Hintergrund wurde gemeinsam mit der Stadt entschieden, nicht einzugreifen.“
Zu der Frage, warum das Schild eines Demonstranten mit einem Zitat von Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels nicht beschlagnahmt wurde: „Das benannte Schild [im Blog abgebildet und gut sichtbar: ] ist uns bekannt. Eine strafrechtliche Relevanz kann derzeit nicht festgestellt werden.“

Und:
„Die massiv beschimpfte Bundeskanzlerin ruft zu Respekt und Toleranz auf. „Für mich persönlich, aber auch für die allermeisten Menschen in Deutschland ist dies nach wie vor ein Tag der Freude, ein Tag der Dankbarkeit, aber natürlich auch ein Tag, an dem wir 26 Jahre nach der deutschen Einheit sehen, dass neue Arbeit, neue Probleme auf uns warten“, sagte sie am Rande der Einheitsfeier. „Und ich persönlich wünsche mir, dass wir diese Probleme gemeinsam, in gegenseitigem Respekt, in der Akzeptanz sehr unterschiedlicher politischer Meinungen lösen, und dass wir auch gute Lösungen finden.“

Sie wünsche sich weiter, “ dass die Menschen miteinander im Gespräch bleiben und das ganz besonders auch angesichts vieler, die gar nicht sozusagen sich um dieses Gespräch bemühen.“ “

Ja, den letzten Satz kann man angesichts der 450.000 friedlichen Bürger, die sich trotz Regen zur Einheitsfeier eingefunden haben, nur unterstreichen!

ABER: DAS GENÜGT NICHT! Nicht an die Adresse des hasserfüllten Mobs, der Plätze und Schlagzeilen beherrscht, dem gegenüber auch die Ordnungskräfte und die Polizei vor Ort eine erstaunliche Milde und Toleranz walten lassen – an die ich mich im umgekehrten Fall bei öffentlichen Auftritten von Antifaschisten nicht erinnern kann. Eine aggressiv menschen- und demokratiefeindliche Gesinnung muss auch klar so benannt und viel deutlicher, entschlossener, sichtbarer bekämpft werden! Zurückhaltend und diplomatisch formulierte Äußerungen werden der Brisanz und der Gefährlichkeit dieser entfesselten Menschenfeindlichkeit nicht gerecht. Und (tolerierten) Parolen folgen Taten! Allein am letzten Wochenende drei massive fremdenfeindliche (Brand-)Anschläge – mit Billigung der Gefahr für Leib und Leben.

Daher ist dieser Appell auch an uns alle gerichtet:

„Die Empörung vieler Bürger, auch vieler Dresdner, über die hasserfüllten Proteste am Tag der Deutschen Einheit hat Gerhard Ehninger in Worte gefasst. Der Medizin-Professor des örtlichen Uniklinikums und Mitglied der Initiative „Buntes Dresden“ schrieb in einem via Twitter verteilten Appell: „Wann gab es das zuletzt, dass ein Gottesdienst mit Hass und Trillerpfeifen gestört wurde? Wann wurden zuletzt Gottesdienstbesucher beschimpft und angeschrien? Wann zuletzt wurden dunkelhäutige Gottesdienstbesucher aufs Schlimmste beleidigt? „Schämt euch“! Wir müssen zusammenstehen gegen diese Intoleranz und diesen Hass. Dresdner und Sachsen, schämt euch nicht nur im stillen Kämmerlein. Äußert euch bei jeder Gelegenheit für ein weltoffenes und tolerantes Dresden. Bekommt endlich den Hintern hoch!““

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Diese ARD-Dokumentation versucht zu erörtern, was in Deutschland im vergangenen Jahr in der Flüchtlingsarbeit geschehen ist und welche Herausforderungen noch vor uns liegen:

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Wie läuft eigentlich eine Abschiebung ab? In dieser Dokumentation kann man das erfahren. Übrigens wird mittlerweile – wie ich selbst erlebt habe – auch in Bayern die in diesem Beitrag erwähnte Methode angewandt, Asylbewerbern ohne Bleibeperspektive eine freiwillige Rückreise nahezulegen. Die Kosten für den Transport und für eine Starthilfe vor Ort übernimmt die Ausländerbehörde.

Informationen für Flüchtlingshelfer

Anbei ein paar Informationen aus den letzten Monaten für alle Flüchtlinge bzw. den Menschen, die ihnen helfen.

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Kostenfreie Sprachschule:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Liebe Koordinatoren*innen, Helfer*innen und Betreuer*innen,

damit Sie auf dem Laufenden bleiben, informieren wir Sie im Folgenden über die aktuellen Entwicklungen zu den Kursen „Einstieg Deutsch“ bei Sprachen Plus.

Zunächst gibt es gute Neuigkeiten. Nach unzähligen Telefonaten und stetiger Kritik an der Ungleichbehandlung gibt es endlich eine Bewegung in die richtige Richtung. Seit diesem Freitag wissen wir, dass auch Asylbewerber aus anderen, nicht sicheren Herkunftsstaaten an den Kursen teilnehmen dürfen, sobald mindestens 50% der Teilnehmer aus Irak, Iran, Eritrea oder Syrien kommen. Das bedeutet, wir nehmen ab sofort Anmeldungen aus anderen Ländern an, ausgenommen: EU-Länder, Albanien, Ex-Jugoslawien, Ghana, Senegal.

Die nächste Kursreihe beginnt voraussichtlich am 18.07., die darauf folgende am 01.08.2016. Unterrichtszeit ist immer von 08:30 bis 12:30 Uhr oder von 13:00 bis 17:00 Uhr. Jeder Kurs besteht aus 170 Unterrichtseinheiten und findet mit 25 Wochenstunden statt. Aus organisatorischen Gründen sind Änderungen möglich. Das Programm umfasst alle Sprachniveaus von der Alphabetisierung bis B1. Im Rahmen des Kurses schaffen die Teilnehmer, abhängig von Motivation und persönlichen Voraussetzungen, normalerweise ein Sprachniveau nach dem Europäischen Referenzrahmen für Sprachen.

Die Fahrtkosten können ab drei Kilometern Entfernung der Wohnadresse vom Kursort monatlich erstattet werden. Dazu müssen die Teilnehmer ihre übertragbare Monatskarte (Monatskarte mit Stammkarte) bei uns vorweisen und regelmäßig (Anwesenheit min. 70%) am Kurs teilnehmen.

Wir freuen uns ebenfalls, Ihnen mitteilen zu können, dass wir ab sofort auch Arabisch-Kurse anbieten. Je nach Bedürfnissen und zeitlichen Möglichkeiten der Kursteilnehmer wird der Kurs ein bis drei Mal pro Woche ab 19 Uhr stattfinden. Im Kurs sollen die arabische Schrift sowie Grundkenntnisse der arabischen Sprache vermittelt werden. Das Team von Sprachen Plus ist voller Optimismus, dass wir ausreichend Kenntnisse erwerben können, um zukünftig alle möglichen Zettel, Dokumente und Ausweispapiere selbst zu entziffern.🙂 Bei dieser Gelegenheit hoffen wir, auch ein paar der Koordinatoren und Helfer persönlich kennen zu lernen. Den Flyer zum Arabischkurs hängen wir an diese Nachricht an.

Vielen Dank für Ihr Interesse an unseren Kursen und Ihr Engagement.

Herzliche Grüße

Maya Riedl                                                    Simon Käsperlein

Sprachen Plus – Sprachenschule und Europäisches Bildungszentrum
Haugerring 6
97070 Würzburg

0931 35824483
www.sprachenplus.com
www.facebook.com/sprachenplus
Skype: sprachen.plus1

Trägerinformation: Sprachen Plus e. V., Haugerring 6, 97070 Würzburg

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Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Koordinatoren*innen, Helfer*innen und Betreuer*innen,

die Resonanz bezüglich unseres Angebots von Sprachkursen auch für Asylbewerber aus anderen Staaten, als den vier bekannten (Irak, Iran, Eritrea und Syrien) hat uns sehr gefreut. Leider sind wir inzwischen in der Situation, dass wir so viele Anmeldungen insbesondere aus Afghanistan haben, dass wir nicht alle Teilnehmer sofort unterbringen können.

Wir beginnen wie geplant am 01.08.2016 mit sechs neuen Kursen. Für die nächste Kursrunde, die Mitte September beginnen soll, haben wir auch schon einige Anmeldungen, müssen die Kurse aber nun mit Syrern, Irakern, Iranern und Eritreern auffüllen, um die 50% Quote zu erreichen.

Konkret bedeutet das, dass wir Sie im Moment bitten im Augenblick nur Anmeldungen aus Syrien, Irak, Iran oder Eritrea zu senden, da wir fürchten, dass die Wartelisten anderenfalls zu lang werden. Was die aktuellen Anmeldungen betrifft hoffen wir, dass wir alle bisher angemeldeten Personen spätestens in den Kursen für September unterbringen können. Wir werden Sie informieren, sobald wir in der Lage sind neue Anmeldungen anzunehmen.

Wir danken Ihnen weiterhin für die gute Zusammenarbeit und Ihr Engagement.

Mit freundlichen Grüßen

Simone Käsperlein            Maya Riedl

Sprachen Plus – Sprachenschule & Europäisches Bildungszentrum

Haugerring 6
97070 Würzburg

0931 35824483
www.sprachenplus.com
www.facebook.com/sprachenplus
Skype: sprachen.plus1

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Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt

Sehr geehrte Unterstützer*innen,

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gab eine Liste mit über 80 Kammern und anderen Wirtschaftsorganisationen bekannt, die künftig im Rahmen des bestehenden Programms „Passgenaue Besetzung“ neue Willkommenslotsen einsetzen werden. Diese rund 130 speziell ausgebildeten Willkommenslotsen werden kleinen und mittelständischen Unternehmen vor Ort bei der Integration von Flüchtlingen in die Betriebe zur Seite stehen.         … gerade kleine und mittlere Betriebe benötigen Unterstützung – sowohl bei der Klärung verwaltungstechnischer Fragen, als auch bei der Schaffung einer neuen Willkommenskultur im Betrieb.  … dem neuen Willkommenslotsen gibt es einen zentralen Ansprechpartner vor Ort, der die Unternehmen bei ganz alltäglichen Fragen rund um die Flüchtlings-Azubis unterstützt.“

Sowohl die IHK Würzburg/Schweinfurt, als auch die Handwerkskammer für Unterfranken haben entsprechende Willkommenslosten

https://www.wuerzburg.ihk.de/themen/integration-von-fluechtlingen.html

https://www.hwk-ufr.de/artikel/unterstuetzung-von-unternehmen-bei-der-integration-von-fluechtlingen-78,0,4591.html

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Sehr geehrte Damen und Herren,

gerne würde ich mich Vorstellen. Mein Name ist Robert Urban, von der 
Initiative HORIZONT - Perspektive Vielfalt. Wir
sind ein Studententeam aus München, dass Newcomer (wie wir Flüchtlinge 
nennen möchten) und Unternehmen zusammenbringt.
Wir vermitteln Praktika, Ausbildungsstellen und Arbeitsstellen mit Hilfe 
unserer Plattform http://www.hrznt.de.

In München kooperieren wir mit den Hochschulen und konnten dadurch 
bereits geflüchtete Gasthörer an Unternehmen
vermitteln. Da ich persönlich aus Würzburg stamme und auch noch einige 
Kontakte habe, habe ich mir Ihre Adressen aus dem
Internet besucht. Gibt es ein Möglichkeit bzw. haben Sie Kontakte zu 
Newcomer, die wir zuerst bei uns registrieren
könnten und vermitteln könnten.

Konkret habe ich gerade eine Anfrage für eine Ausbildungsstelle in 
Würzburg im Bereich Werbetechnik und würde gerne
einen entsprechenden Kandidaten finden.

Ich würde mich über jeden Hinweis freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Robert Urban
__________________________


HORIZONT
Perspektive Vielfalt

Robert Urban
Co-Founder / Cooperations & IT
Mail: robert@hrznt.de
Web: www.hrznt.de
Phone: +49 175 2249304


Call them Newcomers!

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Voraussetzungen für Flüchtlinge beim Zugang zum Arbeitsmarkt:

http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Downloads/Infothek/Asyl/faq-arbeitsmarktzugang-gefluechtete-menschen.pdf?__blob=publicationFile

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Rechtshilfe für Flüchtlinge und Helfer

Liebe Frau Riemann,

gerne würden wir uns nochmal für die herzliche Aufnahme in das Kooperationsteam bedanken und senden Ihnen hier die verabredeten Informationen. Sofern bereits Anfragen oder allgemeine Fragen an uns gesendet werden wollen, sind wir unter info@rlc-wue.de erreichbar. Diese E-Mail Adresse leitet die Anfragen direkt auf Matthias und mich weiter.

Hinsichtlich der Initiative der Wirtschaftswissenschaftler für die Hilfe auf dem Arbeitsmarkt, setze ich unsere Kooperationspartnerin Frau Ronja Thoss in den CC. Nachdem heute erwähnt wurde, dass gerade bei der Vermittlung von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt Probleme auftreten, finden Sie bei diesem Projekt hilfsbereite Ansprechs- und Kooperationspartner. Desweiteren finden Sie Informationen unter:http://www.integraide.wiwi.uni-wuerzburg.de/

Anbei letztlich unsere E-Mail, die an verschiedene Hilfsorganisationen samt Flyer versendet wurde.

„Der Refugee Law Clinic Würzburg e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, den in Würzburg untergebrachten Flüchtlingen rechtliche Hilfe zu leisten und dabei bereits aktive Hilfsorganisationen zu entlasten. Anbei ein von uns entworfener Flyer, den Sie gerne an Interessenten weiterleiten und für juristische Probleme Ihrer Flüchtlinge nutzen können.

Für Rückfragen stehen wir jederzeit sehr gerne zur Verfügung!“

Herzliche Grüße

Theresa Barufke und Matthias Grundei

Refugee Law Clinic Würzburg e.V.

Vorsitzende

E-Mail: info@rlc-wue.de

facebook/lawclinicwue

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Berufsschule für Flüchtlinge

Planung einer neuen Integrations-Vorklasse FOS/BOS

Sehr geehrte Damen und Herren,
zum Schuljahr 2016/2017 planen wir, erneut eine Integrations-Vorklasse FOSBOS einzurichten. Zur Ihrer Information senden wir anbei den neuen Info-Flyer sowie das Formblatt für eine Interessensbekundung.

Wir möchten Sie auf diesem Wege informieren und bitten Sie, die Infos an möglicherweise geeignete Bewerber weiterzugeben.

Mit freundlichen Grüßen und bestem Dank

Susanne Kraus-Lindner, OStDin
Schulleiterin

Info-Flyer IVK SJ16-17

Interessensbek IntegrationsVK Sept 16

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Integrative Freundschaftsspiele

Zum zweiten Mal nach 2015 fand am vergangenen Mittwoch auf dem Platz der Freien Turnerschaft Würzburg eine von Kolping-Mainfranken und der Jugendhilfe Creglingen organisierte Sportveranstaltung für und mit jugendlichen Flüchtlingen statt. Bei dem kleinen Fußballturnier traten Berufsschüler des Kolping-Hauses Würzburg gegen unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge (UMFs) aus Würzburg und Creglingen an. Dabei merkte man den Teilnehmern ihre Motivation durchaus an, wobei es teilweise ganz schön hitzig wurde. Am Ende setzten sich die Berufsschüler im Finale mit 3:2 gegen die UMFs aus Würzburg durch. Dritter wurden die UMFs aus Creglingen. Der Erlös aus dem Essens- und Getränkeverkauf soll „Sport ohne Grenzen“ zu Gute kommen.

Anbei eine Bildergalerie für alle Beteiligten, die sich selbst gerne einmal in Aktion sehen möchten.

Die Freien Turner bei Umsonst und Draußen 2016

Durch unsere Tanzabteilung waren wir in diesem Jahr erstmals beim Umsonst und Draußen vertreten gewesen. Tanzlehrerin Lusine trat mit ihrer Gruppe auf und hatte sichtlich Spaß. Ein Dank geht an dieser Stelle an Standpunkt e.V., das speziell für die Tanzabteilung Geld für Fahrkarten zur Verfügung gestellt hat. Allen anderen Sponsoren, die Sport ohne Grenzen ermöglichen, sei natürlich auch gedankt!

 

Nackt unter Flüchtlingen

Gegen Ende einer Spielgruppentagung des Bayerischen Fußballverbandes im Kreis Würzburg vor einigen Jahren ergreift einer der anwesenden Vereinsvertreter das Wort. Er berichtet von einem Spiel in der abgelaufenen Saison, bei dem sich einer der eigenen Spieler bei einem Zweikampf das Bein brach. Dem Gegenspieler, dessen türkische Herkunft betont wird, wird dabei keine Absicht unterstellt. Tatsächlich ist die Motivation, die hinter der Äußerung des Vereinsvertreters steht, ein Lob an eben jenen Gegenspieler, auch wenn er nicht anwesend war. Es wäre vorbildlich gewesen, wie er sich anschließend verhalten, wie er sich immer wieder nach dem Wohlergehen des verletzten Spielers erkundigt und wie er ihn im Krankenhaus besucht hätte, um sich zu entschuldigen. Schließlich schloss der Vereinsvertreter mit einer Schlussfolgerung, bei der wir die Stirn runzeln sollten: „Wir haben gemerkt, dass die…die…“ – er suchte nach den passenden Worten – „dass die ganz ok sind…also so wie wir!“ So wurde aus einem intendierten Lob für Menschen mit Migrationshintergrund eine Veranschaulichung von tief verwurzeltem, gesellschaftlich kaum wahrgenommenem Rassismus. Es gibt eben Menschen – und es gibt Türken bzw. Ausländer im Allgemeinen. Dass diese genauso gut oder schlecht wie wir Einheimischen sind, müssen sie erst noch beweisen und wird bis dahin angezweifelt.

Um fair zu bleiben: Xenophobie, also die Angst vor dem Fremden bzw. Unbekannten, betrifft nicht nur Menschen, die weniger weiß und christlich als der nicht existierende Standard-Deutsche sind, sondern auch Deutsche selbst (oder eben jede andere Nation). Als jemand, der in der Deutschen Demokratischen Republik geboren wurde und der bis zu seinem 19. Lebensjahr in Ostdeutschland lebte, wurde mir später in Hessen und Bayern immer wieder deutlich gemacht, dass ich anders und irgendwie nicht gleich war. Witze nannte man es, über Bananen oder fehlende Freiheiten, wenn es doch etwas anderes war: Man fühlt sich selbst besser, wenn man sich in der Ablehnung oder Stigmatisierung einer anderen Gruppe mit anderen vereinen konnte. Doch es braucht nicht einmal den Ossi-Wessi-Konflikt, denn fast jeder, der auf ein Dorf zieht, kennt das Problem: Man gehört meist nicht so richtig dazu. Man ist und bleibt ein Zugezogener, der sich vorbildlicher verhalten muss als alle, die dort aufgewachsen sind.

 

Many Cubans resented the relatively large number of refugees (including 2,500 Jews), whom the government had already admitted into the country, because they appeared to be competitors for scarce jobs.
Hostility toward immigrants fueled both antisemitism and xenophobia. Both agents of Nazi Germany and indigenous right-wing movements hyped the immigrant issue in their publications and demonstrations, claiming that incoming Jews were Communists.

Voyage of the St. Louis

 

Quelle: https://www.washingtonpost.com/news/worldviews/wp/2015/11/17/what-americans-thought-of-jewish-refugees-on-the-eve-of-world-war-ii/

 

Integration ist keine Einbahnstraße

Nun könnte man es Dummheit nennen, dass in unserem Land derzeit so viele Menschen Hass gegen etwas entwickeln, dass sie gar nicht kennen – und auch gar nicht kennenlernen wollen. Doch egal, wie man es nennt, es hat fatale Folgen: Brennende Flüchtlingsunterkünfte, Vorverurteilungen ganzer Volksgruppen und scheiternde Integration durch gegenseitig Ablehnung und Abgrenzung. Das traurige dabei: Fast in jedem deutschen Stammbaum finden sich in der Vergangenheit Flüchtlinge. Es sagt einiges über unsere Natur aus, wenn wir anderen nicht das gönnen, was uns in der Vergangenheit zugutegekommen ist.

„Aber die Flüchtlinge wollen und können sich doch gar nicht integrieren und sie lehnen unsere Werte ab“, schreien dann unisono die Rechtspopulisten, denen man als erstes darauf die Frage stellen sollte, wie viele von ihnen sie persönlich kennen. Integration – das haben nach wie vor noch viel zu wenige Menschen verstanden – ist keine Einbahnstraße.

Eine Reise um die Welt an einem Abend

Freitagabend. Ich warte auf die anderen Fußballer und begrüße bei unserem Sportverein die Mitglieder unserer neuen Tanzabteilung, die zum größten Teil aus Flüchtlingen aus Armenien besteht. Wie immer sind die Frauen gut gelaunt und freuen sich auf das Miteinander. Anschließend lerne ich eine Gruppe syrischer Flüchtlinge kennen, die sich für die Fußballabteilung interessieren. Begleitet werden sie von einem anerkannten Flüchtling aus Äthiopien, der schon länger in Deutschland lebt und sich nun für andere Ausländer einsetzt.

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Nach dem Kicken bin ich mit meiner Frau zum Fastenbrechen – es ist Ramadan – in die neue Flüchtlingsunterkunft im Würzburger Stadtteil Zellerau eingeladen. Dort warten auf uns eine Iranerin, mittlerweile anerkannt und eine gute Freundin, und eine afghanische Familie, die ich zum ersten Mal treffe. Die Wohnung ist klein und eng und dennoch ein Paradies im Vergleich mit anderen Flüchtlingsunterkünften. Sie sprechen kein Deutsch – und doch ist die Atmosphäre angenehm und gastfreundlich. Die Iranerin übersetzt, wenn nötig, ins Persische. Es ist viertel vor zehn, endlich kann die afghanische Familie wieder essen und trinken. Tagsüber war es bis zu 34°C heiß. Wir, die Gäste, bekommen zuerst aufgetischt. Wir sitzen auf dem Boden und essen mit den Fingern. Diese Menschen kennen uns nicht, sie sind arm, denke ich mir. Trotzdem sind sie beseelt von dem Gedanken, mit uns das Wenige zu teilen, was sie haben. Da wir vegan leben, haben sie auch darauf Rücksicht genommen und für ihre Verhältnisse ungewöhnlich gekocht. Der Schwager der Iranerin, selbst Afghane, kommt hinzu. Immer wieder rennen kleine Kinder an der offenen Tür vorbei, schauen neugierig hinein und begrüßen uns. Niemand scheint Angst oder Vorbehalte zu haben. Alle fühlen sich wohl.

Die Notwendigkeit der Provokation

Während die beiden Söhne ihren Weg zur Moschee antreten, folgen Gespräche über Politik und die Stellung der Frau. Warum? Weil es wichtig ist zu vermitteln, wofür man selbst steht und was im Allgemeinen in der Gesellschaft akzeptiert wird. Niemand fühlt sich angegriffen oder belästigt, da wir nicht belehren, sondern argumentieren wollen. Warum soll sich die Frau verschleiern? Warum erledigt der Mann nicht auch die Arbeiten zu Hause? Warum ignorierst du das religiöse Rauchverbot, bestehst aber auf anderen Einschränkungen? Die Antworten – wie soll es bei religiös bedingten Verhaltensweisen auch anders sein – sind dürftig und unbefriedigend. Doch die Fragen erfüllen ihren Zweck, denn sie bringen die Beteiligten zum Nachdenken. Wichtiger noch: Sie kommen von Frauen, die sich weder verschleiern noch hinter ihren Männern verstecken müssen. Ein stärkeres Signal kann es nicht geben. Ich spreche nicht für meine Frau. Sie spricht für sich (was leider auch nicht bei allen Deutschen selbstverständlich ist).

Der Islam in Europa - Karikatur

Schließlich können wir so weit gehen und erwähnen, dass die Frauen immer das stärkere Geschlecht sind. Wenn Flüchtlingsfamilien nach Deutschland kommen, sind die Männer meist die ersten, die in Depressionen verfallen. In der Heimat hatten sie das sagen und verdienten das Geld. Nun sind sie nutzlos. Für die Frauen hat sich aber nicht viel geändert. Sie müssen nach wie vor den Haushalt führen, sich um die Kinder kümmern und die Familie zusammenhalten. Scheiterten sie, hätte die ganze Familie ein Problem. Doch im Gegensatz zu den Männern machen sie weiter. Unabhängig davon steht im Koran geschrieben, dass Frauen sich bedecken sollen, um sich selbst zu schützen, denn (muslimische) Männer könnten sich sonst ob der Entblößung weiblicher Reize nicht kontrollieren. Die Männer hingegen müssen sich nicht verschleiern, denn – und das verschweigt der Koran anscheinend – Frauen sind stärker und haben sich unter Kontrolle. Wahrscheinlich wissen die Männer das auch – und müssen sie sich deshalb gefügig halten.

Stille. Etwas hilflos sucht der Mann nach Rechtfertigungen. Solche Argumente – und das merke ich immer wieder – sind ihm noch nicht begegnet, da in den oft streng religiösen Heimatländern der Muslime die Lehren des Korans nicht angezweifelt werden. Und genau das müssen wir tun: Menschen aller Glaubensrichtungen herausfordern und ihre Überzeugungen in Frage stellen, aber eben nicht als Vorwurf, sondern als Frage. Dabei hilft es natürlich, wenn man so wie ich den Koran selbst gelesen hat. So weiß ich auch, dass es durchaus nachvollziehbar ist, wenn sich islamische Terroristen auf den Koran beziehen. Diese heilige Schrift mag einzigartig darin sein, dass sie den Gläubigen eine Belohnung in Aussicht stellt, wenn sie im Kampf für Allah gegen die Ungläubigen sterben. Auch dieser Hinweis kann gemäßigte Muslime dazu bringen, über ihren eigenen Glauben nachzudenken.

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Nackt unter Flüchtlingen

Mittlerweile ist es kurz nach Mitternacht, als mich der afghanische Gastgeber darauf aufmerksam macht, dass mir ja eine Massage versprochen wurde. Ich ziehe mich also bis auf die Hose aus und lege mich auf den Boden. Seine Frau verlässt den Raum bevor ich erklären kann, dass mit eine solche Ungleichbehandlung (immerhin sind noch zwei andere Frauen im Raum) nicht passt. Der Gastgeber beginnt mit seiner recht derben, aber dennoch angenehmen Massage. Als es um meine Beine geht, ziehe ich auch die Hose aus. Die Stimmung ist gut, hinter meinem Rücken wird gescherzt. Schließlich macht mir der Masseur durch die Übersetzer klar, dass ich in die Dusche steigen soll. „Zum Abwaschen?“ „Nein, zum Massieren…“

Da sitze ich nun also, nackt in einer fremden Dusche, während mir ein fremder Mann meinen Kopf massiert. Mir ist nicht ganz klar, wie ich mich fühlen soll, als er mich anschließend abduscht. Selbst das abtrocknen übernimmt er. Widersprechen kann ich eh nicht, da er mich auch gar nicht verstehen würde. Dann sind wir fertig – nach einer knappen Stunde. Inzwischen ist es halb zwei. Die Anwesenden sind müde, würden das den Gästen gegenüber aber nie artikulieren. Inzwischen ist auch der Mann der Iranerin, ein Freund von mir, nach dem Ende seines Arbeitstages angekommen. Wir reden ein wenig miteinander. Ob ich mal mit ihm in die Disko gehen würde? Klar, aber nur, wenn seine Frau das auch dürfte…

Gegen zwei Uhr morgens zieht ein Gewitter auf und wir gehen besser, bevor der Regen einsetzt. Die Atmosphäre ist nach wie vor angenehm und herzlich. Was an Essen noch übrig ist, wird uns mitgegeben. Auch wenn es nicht das erste Mal ist, so überrascht mich diese Gastfreundschaft der Flüchtlinge immer wieder aufs Neue positiv, da ich zu viele verbohrte Deutsch gewöhnt bin. Die Iranerin umarmt mich zum Abschied – was noch vor einem halben Jahr undenkbar gewesen wäre. Es ist offensichtlich, dass diese Menschen – unsere Freunde – dabei sind, in Deutschland anzukommen und das wir als Einheimische eine große Rolle dabei spielen.

Wovor haben wir Angst?

Nach einem Tag also, an dem ich mehr Zeit mit Flüchtlingen als mit Deutschen verbracht habe, sitze ich nun also am Computer und stelle mir diese eine Frage: Wovor haben wir eigentlich Angst? Wenn ich mich nackt in der Dusche von einem fremden Ausländer massieren lassen kann, ist es dann wirklich zu viel verlangt von anderen Deutschen, einen sehr viel kleineren Schritt auf die Flüchtlinge zuzugehen? Sie kommen nicht in unser Land mit feindlichen Absichten, sondern auf der Suche nach Frieden, Freiheit und Wohlstand. Ja, sie sind anders, aber „fremde Erde ist nur fremd, wenn der Fremde sie nicht kennt.“ Ob wir wollen oder nicht – Deutschland wird sich in den nächsten Jahren verändern und vielfältiger werden. Wir können das als Bedrohung wahrnehmen oder als Chance. Ich für meinen Teil habe meine Wahl bereits getroffen.

„Fremde Erde ist nur Fremd, wenn der Fremde sie nicht kennt.“